Japans Exporte wachsen langsamer als erwartet
· VinciFi Redaktion

Japans Ausfuhren stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 16,7 Prozent und blieben damit unter der Prognose von 21,3 Prozent. Das langsamere Wachstum könnte für exportorientierte Unternehmen weniger Rückenwind aus der Auslandsnachfrage bedeuten.**
Im August hatte das Exportplus noch 19,3 Prozent betragen. Der Septemberwert zeigt damit weiterhin steigende Ausfuhren, aber ein geringeres Wachstumstempo als im Vormonat und unter der Prognose. Auch eine weitere Schätzung hatte mit einem kräftigen Zuwachs gerechnet.
Eine weitere Prognose setzte das Exportwachstum für September bei 21,7 Prozent an. Sie stellte den erwarteten Zuwachs in den Zusammenhang mit steigenden Ausgaben für Technik. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach technischen Gütern als möglicher Treiber der japanischen Ausfuhren eingeschätzt wurde. Der gemeldete Wert blieb auch hinter dieser Schätzung zurück.
Die Exportzahl ist nur ein Teil des Außenhandelsbildes. Für Japans Handelsbilanz im September wurde ein Defizit von 210,4 Milliarden Yen erwartet. Im August hatte das Defizit 1,1119 Billionen Yen betragen. Eine Handelsbilanz erfasst den Wert der Ausfuhren im Verhältnis zu den Einfuhren; sie kann sich deshalb anders entwickeln als die Exportwachstumsrate allein. Die September-Prognose deutete auf ein deutlich kleineres Defizit als im Vormonat.
Die Veränderung bei den Ausfuhren kann für Unternehmen relevant sein, deren Geschäft stark von der Nachfrage aus dem Ausland abhängt. Die landesweite Wachstumsrate zeigt jedoch nicht, wie sich einzelne Branchen oder Firmen entwickelt haben. Für Anleger in exportorientierten Bereichen ist damit vor allem der Abstand zwischen dem tatsächlichen Zuwachs und den Erwartungen ein möglicher Hinweis auf veränderten Nachfrage-Rückenwind.
Am 29. Oktober sollen Japans endgültige Exportzahlen für September und die vorläufigen Importzahlen mit neunstelliger Aufschlüsselung veröffentlicht werden. Damit folgt eine genauere Aufschlüsselung der Handelsdaten.