Irans Außenminister Abbas Araghchi bietet Hilfe an
· VinciFi Redaktion

Irans Außenminister Abbas Araghchi bietet Hilfe an, um einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und Jemen zu beginnen. Ein politischer Ausweg könnte die Spannungen in einer für Öl- und Schifffahrtswege wichtigen Region mindern.**
Araghchi unterbreitete das Angebot am 11. Oktober in einem Telefonat mit seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan. Nach iranischer Darstellung stellte Teheran Unterstützung für Gespräche und eine politische Lösung in Aussicht. Saudi-Arabiens Mitteilung zu dem Gespräch verwies dagegen auf die jüngste Eskalation in der Region und Bemühungen, sie einzudämmen.
Araghchi warnte zugleich, ein Festhalten an militärischen Mitteln und das Ausblenden politischer Lösungen könnten die Lage weiter verkomplizieren. Nach einem Bericht über die unterschiedlichen Darstellungen des Telefonats hatten sich weder Riad noch die Huthi öffentlich zu dem Vermittlungsangebot geäußert.
Das Angebot kommt in einer Phase verschärfter Kämpfe. Die Auseinandersetzungen zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierungskräften und den Huthi haben sich an der Westküste des Roten Meeres zugespitzt. Zugleich weiteten sich die Angriffe der Huthi auf Flughäfen und Ölanlagen in Saudi-Arabien aus. Ein saudischer Regierungsvertreter warf Iran vor, die Huthi zu Angriffen auf das Königreich zu ermutigen und sie zu unterstützen. Das ist eine Anschuldigung aus Riad, keine unabhängig bestätigte Darstellung der iranischen Rolle.
Für die Märkte ist die Lage vor allem wegen möglicher Störungen bei Energieanlagen und Transportwegen relevant. Die Huthi-Angriffe betreffen laut Berichten auch die Umgebung des Bab al-Mandab, einer wichtigen Passage am Zugang zum Roten Meer. Saudi-Arabien nutzt die Route zunehmend für Ölexporte, nachdem die Straße von Hormus im März geschlossen worden war. Weitere Angriffe oder eine Ausweitung der Kämpfe könnten deshalb zusätzliche Risiken für den Energie- und Schiffsverkehr bedeuten. Dem iranischen Vermittlungsangebot steht damit eine öffentliche saudische Beschuldigung gegenüber, die eine Annäherung erschweren könnte.