Iran meldet sieben brennende Schiffe am Golf
· VinciFi Redaktion

Irans Revolutionsgarden erklären, vier Schiffe im nördlichen Golf seien getroffen worden und hätten Feuer gefangen; drei weitere seien westlich der Straße von Hormus auf Minen gelaufen und in Brand geraten. Sollten sich die Angaben bestätigen, könnten die Vorfälle die Schifffahrt auf einer wichtigen Energieroute weiter belasten.**
Eine unabhängige Stelle hat die konkreten Angaben zu diesen Vorfällen in den hier ausgewerteten Berichten bislang nicht bestätigt. Die genaue Zahl der betroffenen Schiffe und die Ursache der Brände bleiben deshalb vorerst den Angaben der Revolutionsgarden zugeschrieben.
Sicherheitslage reicht über die Meerenge hinaus
Die Vorfälle fügen sich in eine Reihe von Angriffen auf Schiffe in der Region ein. Am 20. und 21. Oktober meldete die britische maritime Sicherheitsstelle UKMTO zwei weitere Vorfälle: Ein Tanker westlich von Bukha im Oman wurde von einem unbekannten Geschoss getroffen; ein anderer Kapitän berichtete von einem Treffer südöstlich des irakischen Al Faw. Die Besatzungen blieben laut den Berichten unverletzt. Die Angriffe lagen damit sowohl nahe der Straße von Hormus als auch weiter im Persischen Golf.
Das Joint Maritime Information Center bewertete die Bedrohung für die Straße von Hormus am 18. Oktober als „schwerwiegend“ und stufte sie für den weiteren Persischen Golf als „erheblich“ ein. In der Woche bis zum 16. Oktober hatte UKMTO zwölf Angriffe auf Handelsschiffe erfasst. Bei einer früheren Behauptung der Revolutionsgarden, zwei Tanker seien am 17. Oktober auf Minen gelaufen, sah das Zentrum laut dem Bericht keine Bestätigung. Das ist ein Grund, auch die neuen iranischen Angaben klar als Behauptungen zu behandeln.
Warum der Schiffsverkehr den Ölmarkt bewegen kann
Die Meerenge ist für den Energiehandel relevant, weil Störungen dort den Transport von Öl und Flüssigerdgas beeinträchtigen können. Die US-Energieinformationsbehörde EIA führte in ihrer April-Prognose die eingeschränkten Ölflüsse durch Hormus als Ursache für Förderausfälle in mehreren Golfstaaten an. Sie verwies zudem auf geringere LNG-Lieferungen und höhere Ölpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt.
Weniger Verkehr durch die Meerenge würde den Transport von Energierohstoffen erschweren und könnte die Unsicherheit an den Öl- und Gasmärkten verstärken. Die Entwicklung der Schifffahrt in den kommenden Tagen dürfte daher ein wichtiger Hinweis darauf sein, ob die jüngsten Vorfälle den regionalen Transport weiter beeinträchtigen.