Iran meldet 25 Prozent weniger Importe durch Blockade

· VinciFi Redaktion

Iran meldet 25 Prozent weniger Importe durch Blockade

Irans Importe seien wegen der Blockade südlicher Häfen um 25 Prozent gesunken, sagte der Stabschef von Präsident Masud Peseschkian. Händler und Produzenten weichen nach Regierungsangaben auf Handelswege über 15 Nachbarstaaten aus, doch der Warenverkehr über die südlichen Häfen lässt sich nur begrenzt ersetzen.**

Mohsen Hadschimirzai, Leiter des Präsidialamts, machte die Angabe am Freitag bei einer Veranstaltung in Ghom. Er sagte, Unternehmen und Produzenten hätten alternative Handelswege aktiviert und nutzten dafür die Möglichkeiten von 15 Nachbarstaaten. Die Umleitungen betreffen sowohl Importe als auch Exporte.

Eine separate Auswertung iranischer Handelsdaten zeigt die Belastung für den Außenhandel: In den ersten fünf Monaten des persischen Jahres, von März bis August, gingen die Importe um 26,1 Prozent zurück. Das ist ein anderer Zeitraum als die vom Präsidialamt genannten 25 Prozent. Im selben Zeitraum liefen 71 Prozent der Importe über die südlichen Häfen, insgesamt 30 Millionen Tonnen.

Landrouten können die großen Häfen kaum ersetzen

Der Engpass ist nicht nur eine Frage des Zugangs. Die US-Seeblockade hat den Schiffsverkehr zu Irans südlichen Häfen getroffen. Für Ersatz sorgen Straßen, Eisenbahn und Routen über das Kaspische Meer. Doch die nördlichen Häfen können laut Handelsdaten zusammen nur ein Drittel der Umschlagskapazität des südlichen Hafens Shahid Rajaei bewältigen. Auch der Transport per Lastwagen und Bahn ist deutlich kleinteiliger als der Warentransport per Schiff.

Der Rückgang beim gesamten Import und die noch stärkere Beeinträchtigung der südlichen Häfen zeigen, warum Ausweichrouten die Lücke bislang nicht schließen. Eine solche Verlagerung kann Lieferzeiten verlängern und den Nachschub von Waren erschweren. Branchenexperten warnen, dass eine schwere Seeblockade über mehr als drei Monate Engpässe, besonders bei Lebensmitteln, nach sich ziehen könnte.

Für Irans Handel bleibt entscheidend, wie viel Fracht über die alternativen Wege tatsächlich ins Land gelangt. Die begrenzte Kapazität der nördlichen Häfen setzt der Umleitung eine enge Grenze.

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