Goldman: Risikoindikator auf Tief seit Iran-Krieg
· VinciFi Redaktion

Goldman Sachs zufolge ist der Risikoappetit-Indikator der Bank erstmals seit April ins Minus gedreht und auf den tiefsten Stand seit den frühen Phasen des Iran-Kriegs gefallen. Anleger verkaufen KI-Aktien und suchen Zuflucht in US-Staatsanleihen, obwohl die Inflation höher als erwartet ausfiel.**
Der Inflationsdruck macht die Umschichtung in Staatsanleihen besonders bemerkenswert. Die US-Verbraucherpreise stiegen im September binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent. Erwartet worden waren 3,6 Prozent; im August hatte die Rate 3,4 Prozent betragen. Im Monatsvergleich legten die Preise um 0,6 Prozent zu.
An den Aktienmärkten zeigte sich die Nervosität besonders deutlich in Südkorea. Bei den großen Technologieunternehmen gaben Samsung Electronics um 2,98 Prozent und SK hynix um 4,23 Prozent nach.
Auch ein Börsenneuling aus dem KI-Cloud-Geschäft geriet unter Druck: Die Aktie fiel am ersten Handelstag 32,04 Prozent unter den Ausgabepreis. Der Absturz zeigt, wie schnell sich Zweifel an KI-Bewertungen auch auf Unternehmen übertragen können, deren Börsenlauf gerade erst begonnen hat.
Für den Markt treffen damit zwei Kräfte aufeinander: Anleger reduzieren ihr Risiko in KI-Aktien, während die über den Erwartungen liegende Inflation die Attraktivität von Anleihen als sicherer Hafen komplizierter macht. Die Entwicklung kann die Schwankungen bei Technologieaktien und Anleihen verstärken, wenn sich die Positionierung der Anleger weiter verschiebt.