Gerichtsakten: Super-Micro-Berater bekennt sich schuldig

· VinciFi Redaktion

Gerichtsakten: Super-Micro-Berater bekennt sich schuldig

Laut Gerichtsunterlagen hat sich ein Auftragnehmer von Super Micro Computer schuldig bekannt, an der Umleitung von Servern mit Nvidia-KI-Chips nach China beteiligt gewesen zu sein. Der Fall rückt die Exportkontrollrisiken rund um KI-Hardware erneut in den Fokus.**

Der Auftragnehmer Ting-Wei „Willy“ Sun war im März zusammen mit Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan „Wally“ Liaw und dem Taiwan-Manager Ruei-Tsang „Steven“ Chang angeklagt worden. Laut Gerichtsunterlagen bekannte sich Sun schuldig, an dem mutmaßlichen Umleitungssystem beteiligt gewesen zu sein. Die Anklagebehauptungen sind von Suns Schuldbekenntnis zu unterscheiden.

Anklage bezifferte Serverkäufe auf 2,5 Milliarden Dollar

Laut der Anklageschrift bestellte der Zwischenhändler zwischen 2024 und 2025 Server im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar bei dem US-Hersteller. Allein zwischen Ende April und Mitte Mai 2025 seien Geräte im Wert von mindestens rund 510 Millionen Dollar nach China gelangt. Die Staatsanwaltschaft beschrieb außerdem gefälschte Unterlagen und nachgebaute, nicht funktionsfähige Server, die bei Kontrollen den Eindruck erwecken sollten, die Ware sei noch vorhanden. Das sind Vorwürfe aus der Anklage, keine gerichtlich festgestellten Tatsachen über alle Beschuldigten.

Die US-Exportregeln verlangen für bestimmte fortgeschrittene KI-Beschleuniger und Server, die solche Chips enthalten, eine Genehmigung für Lieferungen nach China und Hongkong. Die Technik kann damit nicht einfach unabhängig von ihrem endgültigen Bestimmungsort verkauft werden. Für Super Micro geht es in dem Verfahren auch um die Frage, wie wirksam interne Kontrollen bei Verkäufen und Weiterlieferungen greifen.

Super Micro meldete eigene Prüfung

Super Micro teilte im August mit, eine unabhängige Untersuchung abgeschlossen zu haben. Sie habe keine Hinweise darauf gefunden, dass ein derzeitiges Mitglied der oberen Führungsebene von der mutmaßlichen Umleitung wusste oder dass das Unternehmen kontrollierte Produkte direkt an bekannte beschränkte Empfänger oder Orte verkauft hatte. Zugleich kündigte der Serverhersteller eine weitere Stärkung seines Exportkontrollprogramms an. Diese Unternehmensprüfung ersetzt nicht die gerichtliche Prüfung der persönlichen Vorwürfe.

Nvidia ist als Anbieter der integrierten KI-Chips ebenfalls Teil der Lieferkette, doch der Fall betrifft laut Anklage die Serverlieferungen des Herstellers. Das Schuldbekenntnis betrifft Suns Rolle; die Anklage gegen die übrigen Beschuldigten bleibt davon getrennt.

Unternehmen in diesem Artikel.

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