Frankreichs Rating-Ausblick ist negativ, Note bleibt A+
· VinciFi Redaktion

Fitch hat den Ausblick für Frankreichs Kreditwürdigkeit von stabil auf negativ gesetzt, die Note A+ aber bestätigt. Schwächeres Wachstum, höhere Finanzierungskosten und ein größeres Defizit verschärfen den Druck auf die Staatsfinanzen und können auch den französischen Anleihemarkt belasten.**
Seit der letzten Prüfung Ende August hat sich Frankreichs Haushaltslage aus Sicht von Fitch verschlechtert. Nun nennt Fitch schwächeres Wachstum, höhere Kreditkosten und ein größeres Defizit als Gründe für den Schritt. Auch die politische Zersplitterung erschwere eine dauerhafte Konsolidierung, also den Abbau des Defizits.
Frankreichs Regierung rechnet für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent und einem öffentlichen Defizit von 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Fitch erwartet, dass die Staatsschuldenquote von 115,7 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf rund 124 Prozent im Jahr 2028 steigt. Die Verschuldung würde damit weiter zunehmen.
Für 2027 klaffen die Defizitziele auseinander
Fitch rechnet dagegen mit 5,5 Prozent. Die Agentur verweist auf schwächere wirtschaftliche Aktivität und mögliche Zugeständnisse im parlamentarischen Verfahren. Damit wird entscheidend, ob die geplanten Einsparungen im Haushalt Bestand haben.
Der Druck zeigt sich auch am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg über 5 Prozent, erstmals seit 2002. Der Abstand zur Rendite deutscher Bundesanleihen erreichte mehr als 170 Basispunkte. Höhere Renditen verteuern die Aufnahme neuer Schulden und können den finanziellen Spielraum des Staates weiter einengen. Für Anleger in französischen Staatsanleihen kann die negative Bewertung deshalb wichtig sein.
Im Mittelpunkt steht nun der parlamentarische Weg des französischen Haushalts für 2027. Fitchs höhere Defizitannahme macht die geplanten Einsparungen zum entscheidenden Prüfstein für Frankreichs Schuldenentwicklung.