Eurozone-Industrie wächst, Frankreich bleibt unter 50

· VinciFi Redaktion

Eurozone-Industrie wächst, Frankreich bleibt unter 50

Der finale Einkaufsmanagerindex zeigt im Oktober weiteres Wachstum in der Eurozone, während Frankreich unter die Wachstumsschwelle fällt. Die Werte geben Hinweise darauf, wie sich Aufträge, Produktion und Kosten in Europas Industrie entwickeln.**

In Deutschland nahm die Produktion den zehnten Monat in Folge zu. Das Tempo schwächte sich allerdings ab und war so niedrig wie seit Juli nicht mehr. Auch das Wachstum der Neuaufträge ließ nach, während die Exportverkäufe solide zulegten und etwas stärker wuchsen als im September. Die Umfrage beschreibt damit eine Industrie, die weiter expandiert, aber nicht überall gleich viel Schwung hat.

Der finale PMI für die Eurozone lag im Oktober bei 52,7 Punkten, nach 52,9 im September. Die erste Schätzung hatte 52,4 betragen. Frankreich kam auf 49,5 Punkte, nach 50,6 im September und einer ersten Schätzung von 49,3. Großbritannien lag bei 52,8 Punkten. Werte über 50 signalisieren eine Zunahme der Aktivität gegenüber dem Vormonat, Werte darunter einen Rückgang.

Frankreichs Wert passt zu einem schwächeren Bild bei Produktion und Nachfrage: Im Oktober gingen dort sowohl die Produktion als auch die Neuaufträge zurück. Der finale Index lag zwar leicht über der ersten Schätzung, blieb aber unter der Schwelle von 50. Für französische Hersteller zeigt die Umfrage damit eine andere Entwicklung als für die deutsche Industrie und den Euroraum insgesamt.

Höhere Kosten treffen auf langsamere Aufträge

Im Euroraum bremste das langsamere Wachstum der Neuaufträge die Industrieaktivität. Gleichzeitig verteuerten sich Vorleistungen, auch durch Energiepreise und Störungen in Lieferketten. S&P Global zufolge drückten diese Kosten die Margen der Hersteller. Das ist für Unternehmen relevant, weil steigende Einkaufspreise nicht automatisch vollständig an Kunden weitergegeben werden können.

In Deutschland stützten steigende Exportverkäufe und eine mit staatlichen Ausgaben verbundene Nachfrage die Produktion und die Aufträge. Gleichzeitig nahm der Kostendruck wieder zu: Die Preise für Vorleistungen stiegen laut der Umfrage so stark wie seit Mai nicht mehr, und Lieferengpässe verschärften sich. Für die Industrie stehen damit robuste Nachfrage in Teilen des Marktes und höhere Kosten nebeneinander.

Die Oktoberwerte zeigen somit kein einheitliches Bild: Deutschland und die Eurozone blieben über der Wachstumsschwelle, Frankreich lag darunter. Im Euroraum kommt hinzu, dass langsamere Auftragszuwächse und steigende Kosten die Margen belasten können.

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