Bullock sieht Australiens Inflationsausblick schlechter
· VinciFi Redaktion

RBA-Gouverneurin Michele Bullock sagt, Australiens Inflation dürfte stärker ausfallen als in der August-Prognose erwartet. Die Einschätzung rückt die nächste Zinsentscheidung in den Fokus, eine weitere Erhöhung ist aber noch nicht beschlossen.**
Der geldpolitische Ausschuss der Reserve Bank of Australia (RBA) hob den Leitzins Ende September um 0,25 Prozentpunkte auf 4,60 Prozent an. Zugleich erklärte die Notenbank, dass sich einige Risiken für höhere Inflation bereits verwirklichten und weitere Zinserhöhungen möglich seien, falls sie nötig würden.
Als Treiber nannte die RBA damals höhere globale Energiepreise, die mit KI verbundene Nachfrage nach Technologieprodukten und Kostendruck in der australischen Wirtschaft. Unternehmen berichteten von gestiegenen Kosten und davon, dass sie diese bereits weitergäben oder dies planten. Auch ein längerer Konflikt im Nahen Osten könne Energiepreise und Inflation weiter belasten.
Der Inflationsdruck ist für die Geldpolitik entscheidend, weil die Notenbank die Preissteigerungen zurückdrängen will. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können die Nachfrage bremsen. Sie verschärfen zudem die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen. Bullocks Einschätzung verschärft damit die Frage, ob der bisherige Kurs ausreicht.
Auch der stellvertretende RBA-Gouverneur Andrew Hauser hatte im Oktober erklärt, die Inflationsaussichten seien deutlich schlechter als in der August-Einschätzung. Die RBA hatte zudem berichtet, dass Unternehmen unter Kostendruck stünden und ihre Preise bereits erhöht hätten oder dies planten. Die beiden Aussagen stehen im Kontext einer breiteren Sorge innerhalb der Notenbank, dass der Preisdruck länger anhalten könnte.
Die RBA entscheidet Anfang November erneut über den Leitzins. Der nächste Termin ist der 3. November. Bis dahin wird die Einschätzung des Inflationsverlaufs maßgeblich dafür sein, ob der Ausschuss den Zins bei 4,60 Prozent belässt oder weiter anhebt.