Brent-Frontmonat steigt erstmals seit Mai über 110 Dollar
· VinciFi Redaktion

Der Frontmonat der ICE-Brent-Futures stieg nach Huthi-Behauptungen über Brände an saudischen Ölanlagen erstmals seit Mitte Mai über 110 US-Dollar je Barrel. Sorgen um Ölproduktion und Transportwege können den Risikoaufschlag am Rohölmarkt erhöhen.**
Die Angriffsbehauptungen betrafen Anlagen von Saudi Aramco in Yanbu und das Ölfeld Shaybah. Die Houthis behaupteten außerdem, Flughäfen in Riad und Abha angegriffen zu haben. Die Huthi-Angaben zu Bränden wurden als falsch zurückgewiesen; die Anlagen seien intakt. Saudi-arabische Behörden bestätigten die Angriffe zunächst nicht; die Angaben waren zu diesem Zeitpunkt auch nicht unabhängig überprüft.
Der Ölmarkt hatte schon am Dienstag auf die geopolitischen Risiken reagiert. Händler rechneten einen Risikoaufschlag für Huthi-Behauptungen über Angriffe auf saudische Infrastruktur und Berichte über Attacken auf Schiffe im Golf ein. Brent erreichte im Tagesverlauf 111,99 US-Dollar je Barrel, gab bis zum Handelsschluss aber auf 108,79 US-Dollar nach.
Am Mittwochvormittag notierte der Dezember-Kontrakt auf Brent bei 110,31 US-Dollar je Barrel und lag damit 1,40 Prozent höher. Der Dezember-Kontrakt auf US-Öl der Sorte WTI kostete zur selben Zeit 99,08 US-Dollar je Barrel, ein Plus von 1,29 Prozent. Das sind unterschiedliche Ölkontrakte: Der Brent-Wert vom Dienstag bezieht sich auf den Frontmonat, während die Mittwochswerte für Dezember-Kontrakte gelten.
Die Sorgen reichen über einzelne Ölanlagen hinaus. Kpler zufolge wurden innerhalb von zwei Wochen mindestens 18 Schiffe angegriffen. Störungen auf See könnten den Transport von Rohöl beeinträchtigen; bestätigte Schäden an Förder- oder Exportanlagen könnten zusätzlich die Versorgung treffen.
Solange Händler Risiken für saudische Energieanlagen und die Schifffahrt einpreisen, bleibt der geopolitische Risikoaufschlag ein Faktor für Brent und andere Rohölpreise.



