BOJ hält Zins: Inflationsziel erreicht, Überschießen droht
· VinciFi Redaktion

Die Bank of Japan hat den Leitzins unverändert gelassen und erklärt, die zugrunde liegende Inflation habe ihr 2-Prozent-Ziel erreicht. Zugleich sieht sie das Risiko, dass die Teuerung darüber hinaus steigt, was den weiteren Zinspfad beeinflussen kann.**
Anfang Oktober hatte BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda erklärt, die zugrunde liegende Inflation nähere sich dem Ziel von 2 Prozent. Als Preistreiber nannte die Notenbank höhere Ölpreise, einen schwachen Yen und die wachsende Nachfrage nach Anwendungen mit künstlicher Intelligenz.
Auch im geldpolitischen Rat gab es Warnungen vor stärkerem Preisauftrieb. Ein Ratsmitglied sah für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 überwiegend Aufwärtsrisiken bei der Inflation. Die neue Einschätzung, wonach die zugrunde liegende Teuerung das Ziel erreicht hat, rückt damit neben die Sorge vor einem möglichen Überschießen.
Tokios Verbraucherpreise zeigen den anhaltenden Druck: Die Kerninflation ohne frische Lebensmittel lag im Oktober bei 2,6 Prozent zum Vorjahr, nach 2,7 Prozent im September. Beide Werte lagen über dem 2-Prozent-Ziel der BOJ.
Die Notenbank ließ die Zinsen bei ihrer Sitzung unverändert. Zugleich erklärte sie, die zugrunde liegende Inflation habe das Ziel erreicht. Diese Kombination ist für die weitere Zinspolitik wichtig: Ein anhaltender Preisauftrieb könnte den Spielraum für weitere Erhöhungen stärken, während höhere Zinsen Kredite verteuern und die Finanzierung von Unternehmen und Haushalten belasten können.
BOJ-Gouverneur Ueda hatte darauf hingewiesen, dass eine verspätete Anpassung der Geldpolitik den Druck auf langfristige Renditen japanischer Staatsanleihen erhöhen könnte. Die Einschätzung der Notenbank zum erreichten Inflationsziel und zu den Aufwärtsrisiken prägt damit die Erwartungen an ihren künftigen Zinspfad.