Araghchi warnt vor Gasrisiken durch Golf-Eskalation
· VinciFi Redaktion

Irans Außenminister Abbas Araghchi warnt, ein von Israel ausgelöster militärischer Konflikt am Golf könne die internationalen Märkte schwer treffen. Besonders Gaslieferanten und Verbraucher könnten betroffen sein, weil die Straße von Hormus für den weltweiten LNG-Handel wichtig ist.**
2025 passierten nach einer von Araghchi zitierten Schätzung der Internationalen Energieagentur mehr als 112 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas die Straße von Hormus. Das entsprach nahezu einem Fünftel des weltweiten LNG-Handels. Rund 90 Prozent des Gases, das durch die Meerenge transportiert wird, gehen an asiatische Märkte. Eine Störung könnte damit Lieferungen und Preise weit über die Golfregion hinaus beeinflussen.
Der LNG-Verkehr ist bereits eingeschränkt. Seit Beginn des Nahostkonflikts Ende Februar waren rund 80 Prozent der zuvor verfügbaren Flüssiggasexporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten betroffen. Zusammen kamen die Ausfuhren von Katar und den Emiraten von März bis September auf durchschnittlich 1,73 Milliarden Kubikmeter im Monat. Im Fünfjahresdurchschnitt vor der Krise waren es 9,37 Milliarden Kubikmeter monatlich.
Araghchi sagte, die Störungen hätten die europäischen Gaspreise deutlich nach oben getrieben. Zugleich lägen die Gasspeicherstände vor dem Winter erheblich unter dem Niveau des Vorjahres. Betroffen sind damit nicht nur Produzenten, sondern auch LNG-Käufer und Verbraucher, die auf Lieferungen aus dem internationalen Markt angewiesen sind.
Auch langfristige Verträge zeigen, wie sich die Handelsströme verändern: QatarEnergy vereinbarte einem Bericht zufolge den Kauf von jährlich vier Millionen Tonnen Flüssiggas vom US-Exporteur Cheniere Energy. Die Lieferungen sollen in den 2030er-Jahren beginnen und bis 2054 laufen. Der Vertrag sichert Cheniere einen langfristigen Abnehmer, während eine Eskalation am Golf zusätzliche Risiken für die globalen Gasströme bedeuten könnte.
Araghchi sagte, Iran habe einen Sieben-Tage-Plan vorgeschlagen, der die Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr erleichtern soll. Dafür müssten nach seiner Darstellung die nötigen Voraussetzungen erfüllt und militärische Bedrohungen beseitigt sein. Beim achten Gipfel des Forums Gas exportierender Länder in Moskau forderte dessen Generalsekretär Philippe Rivaleau angesichts geopolitischer Spannungen ebenfalls mehr internationale Zusammenarbeit, um die Versorgung zu sichern. Der iranische Vorschlag zielt darauf, den Schiffsverkehr durch die wichtige Energieroute wieder aufzunehmen.

