Araghchi: Iran-Plan als einziger Vorschlag für Hormus
· VinciFi Redaktion

Irans Außenminister Abbas Araghchi stellt den iranischen Plan zur Öffnung der Straße von Hormus als derzeit einzigen Vorschlag in den Vermittlungen dar. Eine Wiederöffnung ist damit nicht vereinbart; der Schiffsverkehr bleibt stark eingeschränkt und Brent schloss auf dem höchsten Stand seit Ende April.**
Der iranische Plan sieht eine Öffnung der Meerenge innerhalb weniger Tage vor und knüpft sie an eine Rückkehr zum Memorandum of Understanding vom Juni. Teheran verlangt außerdem die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen, Ausnahmen von Ölsanktionen und eine Waffenruhe in regionalen Konflikten, darunter im Libanon. Damit drehen sich die Verhandlungen nicht nur um die Durchfahrt von Schiffen, sondern auch um Sanktionen und weitere Konflikte in der Region.
Katar vermittelt zwischen den Konfliktparteien. Hochrangige katarische Diplomaten führten am Freitag intensive Gespräche in Teheran; für Samstag waren weitere Gespräche erwartet. Die Vermittlung läuft vor dem Hintergrund der Gefahr einer neuen Eskalation. Die US-Zwischenwahlen sind für den 3. November angesetzt.
Weniger Schiffe, hohe Versorgungsrisiken
Die britische maritime Sicherheitsstelle UKMTO zählte in der Woche bis zum 28. Oktober 155 Einfahrten und 122 Ausfahrten durch die Straße von Hormus. Zusammen lagen die Durchfahrten damit rund 70 Prozent unter dem Niveau vor dem Krieg. Am Donnerstag näherte sich laut UKMTO ein kleines Boot einem Tanker nordöstlich von Khasab im Oman und befestigte zwei Sprengsätze an dessen Rumpf. Die Explosion löste einen Brand im Maschinenraum aus und setzte das Schiff vorübergehend außer Betrieb.
Die Störungen spiegeln sich auch am Ölmarkt. Der Brent-Kontrakt zur Lieferung im Dezember stieg am Freitag um 2,4 Prozent auf 117,64 US-Dollar je Barrel. Der Preis erreichte im Handel 118 US-Dollar. Auch US-Öl der Sorte WTI legte zu und schloss bei 104,12 US-Dollar je Barrel. Im Oktober verteuerte sich Brent um 13,6 Prozent, WTI um 15,2 Prozent. Für Rohölmärkte und den Tankerverkehr ist daher entscheidend, ob die Verhandlungen eine sichere Passage ermöglichen.
Die nächsten Gespräche in Teheran waren für Samstag erwartet. Sie folgen auf eine Woche, in der der Schiffsverkehr durch die Meerenge weiter weit unter dem Vorkriegsniveau lag.