Anthropic verhandelt über zweiten Nscale-Deal für 45 Mrd. Dollar
· VinciFi Redaktion

Ein Abschluss könnte die langfristigen Verpflichtungen des KI-Unternehmens für Rechenleistung weiter erhöhen.**
Die Gespräche betreffen ein weiteres großes Rechenzentrumsgeschäft. Der vorgesehene Wert von 45 Mrd. US-Dollar zeigt jedoch, in welchem Umfang Anthropic zusätzliche Kapazitäten für seine KI-Systeme sichern will.
Im Börsenprospekt beschreibt Anthropic bereits einen Infrastrukturaufbau von insgesamt 518 Mrd. US-Dollar. Rund 80 % der dort erfassten Verpflichtungen seien nicht kündbar oder müssten unabhängig von der tatsächlichen Nutzung bezahlt werden. Für Anthropic bedeutet das eine langfristige finanzielle Bindung, während die Anbieter über Jahre mit Zahlungen rechnen können.
Die Abhängigkeit von großen Technologiepartnern geht über die reine Bereitstellung von Rechenleistung hinaus. Die Cloud-Anbieter erhalten laut Prospekt auch Einblick in Anthropics Preise und Geschäftsbedingungen. Das könnte für Anthropic relevant sein, wenn das Unternehmen Kapazitäten und Kosten über verschiedene Anbieter verteilt.
Auch andere Cloud-Verträge zeigen die Größenordnung: Anthropic soll sich einem Bericht zufolge gegenüber Akamai zu Zahlungen von 11,6 Mrd. US-Dollar über sieben Jahre verpflichtet haben. Das Nscale-Geschäft wäre nach den laufenden Gesprächen ein weiterer großer Baustein. Für Akamai und die großen Cloud-Anbieter wie Microsoft und Alphabet können solche Vereinbarungen langfristige Umsätze mit Rechenzentrumsinfrastruktur bedeuten.
Der Ausbau ist zugleich mit einem erheblichen Finanzierungsrisiko für Anthropic verbunden: Ein großer Teil der im Prospekt genannten Verpflichtungen bleibt nach den dort beschriebenen Bedingungen auch dann bestehen, wenn die gebuchte Rechenleistung nicht vollständig genutzt wird. Damit wird die Sicherung von KI-Rechenkapazität für Anthropic zu einer langfristigen Kostenbindung.



