ADNOC-Chef: Hormus-Krise zog fast eine Milliarde Barrel ab
· VinciFi Redaktion

Der ADNOC-Chef sagt, die Störung in der Straße von Hormus habe weltweit fast eine Milliarde Barrel aus den Ölvorräten abgezogen. Ein kleinerer Puffer kann Öl- und Kraftstoffmärkte anfälliger für weitere Ausfälle machen.**
Anfang Oktober bezifferte auch Amin H. Nasser, Chef von Saudi Aramco, den Abbau weltweiter Ölbestände auf mehr als eine Milliarde Barrel seit Beginn der Krise im Nahen Osten. Zusätzlich sprach er von fast drei Milliarden Barrel verlorener Brutto-Ölversorgung. Das sind unterschiedliche Größen: Der erste Wert beschreibt entnommene Vorräte, der zweite das ausgefallene Angebot.
Nasser sagte damals, die kommerziellen Ölvorräte lägen inzwischen unter sechs Milliarden Barrel. Der größte Teil davon sei für den Markt praktisch nicht verfügbar. Ein begrenzter Bestand kann die Folgen gestörter Lieferwege oder ausfallender Förderung weniger gut abfedern. Der ADNOC-Chef nennt für den Abbau aus den globalen Vorräten eine ähnliche Größenordnung.
Die Durchfahrt durch Hormus bleibt ein entscheidender Faktor für den Ölhandel. Im September flossen nach Angaben der Internationalen Energieagentur 10,9 Millionen Barrel Öl pro Tag durch die Meerenge. Bei raffinierten Produkten lag das Volumen aus dem Nahen Osten jedoch nur bei 1,9 Millionen Barrel täglich, gegenüber 4,7 Millionen Barrel vor dem Krieg. Damit trifft die Störung nicht nur den Rohöltransport, sondern auch die Versorgung mit Kraftstoffen.
Für Förderer und Raffinerien kann ein dünnerer Vorratspuffer bedeuten, dass zusätzliche Lieferausfälle stärker ins Gewicht fallen. Das könnte die Schwankungen an den Märkten für Rohöl und Kraftstoffe verstärken. Saudi Aramco-Chef Nasser warnte zudem, der Wiederaufbau der weltweiten Bestände könne selbst nach einer vollständigen Öffnung der Meerenge bis zu zwei Jahre dauern, während die laufende Nachfrage weiter bedient werden muss.
ADNOC richtet vom 2. bis 5. November die Energiekonferenz ADIPEC in Abu Dhabi aus. Die Versorgungssicherheit und die Folgen der Hormus-Störung stehen dabei im Mittelpunkt der aktuellen Lage der Öl- und Gasbranche.