WTI steigt wegen Jemen-Kämpfen auf 102,42 Dollar
· VinciFi Redaktion

US-Rohöl der Sorte WTI verteuerte sich am Mittwoch um 2,52 Dollar auf 102,42 Dollar je Barrel. Kämpfe im Jemen und ein von den Huthi behaupteter Angriff auf eine saudische Raffinerie schürten Sorgen vor Lieferausfällen im Nahen Osten.**
Auch Brent, die internationale Referenzsorte, legte zu: Der Preis stieg um 1,81 Dollar oder 1,6 Prozent auf 115,69 Dollar je Barrel. WTI gewann 2,5 Prozent. Beide Preise spiegeln die Sorge wider, dass die Eskalation im Nahen Osten die Versorgung beeinträchtigen könnte.
Jemenitische Regierungsvertreter erklärten, die Huthi hätten am Mittwoch den Flughafen Aden angegriffen. Am Dienstag hatten die Huthi nach eigenen Angaben zudem eine Rakete auf Saudi-Arabiens größte Ölraffinerie abgefeuert. Saudi-arabische Behörden bestätigten den Angriff zunächst nicht. Die Kämpfe im Jemen und die Gefahr für Energieanlagen nährten die Befürchtung weiterer Unterbrechungen.
Die Ölpreise hatten am Dienstag zuvor nachgegeben. Am Mittwoch erholten sie sich, nachdem sie am Vortag um fast 2 Dollar gefallen waren. Zeitweise lagen die Preise am Mittwoch bereits mehr als 2 Prozent im Plus. Die Bewegung zeigt, wie stark geopolitische Risiken die Einschätzung zur Rohölversorgung prägen können.
Für die Bedeutung der Region zählt auch die Lage der Transportwege. Saudi-Arabien verlegte nach der faktischen Schließung der Straße von Hormus Öl über Pipelines ans Rote Meer und wurde dadurch stärker vom Bab al-Mandab abhängig. Die Meerenge verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer. Störungen dort könnten deshalb nicht nur Förderanlagen, sondern auch wichtige Wege für Öltransporte betreffen.
Die Sorge um die Versorgung im Nahen Osten bleibt damit ein zentraler Faktor für den Ölmarkt. Marktteilnehmer warteten zudem auf neue US-Lagerdaten und ein bevorstehendes Treffen der OPEC+. Zusammen mit der Entwicklung im Nahen Osten können diese Faktoren die Einschätzung von Angebot und Nachfrage mitprägen.