Warsh: Fed-Teams sollen dem FOMC neue Erkenntnisse liefern
· VinciFi Redaktion

Fed-Chef Kevin Warsh zufolge sollen Arbeitsgruppen neue Erkenntnisse für Entscheidungen des Offenmarktausschusses liefern. Das könnte langfristig beeinflussen, welche Daten und Modelle die US-Notenbank für ihre Geldpolitik heranzieht.**
Die Federal Reserve hatte bereits am 9. Juli die Leitung und Ziele von fünf Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung ihrer Geldpolitik vorgestellt. Der Auftrag reicht von der Kommunikation geldpolitischer Entscheidungen über die Bilanzpolitik und die Qualität wirtschaftlicher Daten bis zu Produktivität, Beschäftigung und dem Umgang mit Inflation.
Die Gruppen werden gemeinsam von externen Fachleuten geleitet und von Mitarbeitenden der Fed unterstützt. Nach Angaben der Notenbank sollen sie unabhängig arbeiten, Belege prüfen und dem Offenmarktausschuss belastbare Ergebnisse vorlegen. Dieser Ausschuss, kurz FOMC, entscheidet über die Geldpolitik der USA.
Bei der Daten-Gruppe geht es darum, wie aussagekräftig und aktuell die wirtschaftlichen Signale sind, auf die sich die Fed stützt. Die Arbeitsgruppe zu Produktivität und Beschäftigung soll unter anderem die wirtschaftlichen Folgen neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz bewerten. Eine weitere prüft, wie die Notenbank die Ursachen der Inflation versteht und auf sie reagiert.
Auch die Kommunikation steht auf dem Prüfstand: Die Fachleute sollen untersuchen, wie die Fed ihre Beratungen und Beschlüsse in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld vermittelt. Bei der Bilanzpolitik geht es um Kosten, Nutzen und institutionelle Folgen des derzeitigen Bilanzregimes. Die fünf Themen berühren damit unterschiedliche Grundlagen, die in geldpolitische Einschätzungen einfließen können.
Die Arbeitsgruppen selbst legen keine Zinsen fest. Ihr Zweck ist es, dem FOMC Analysen und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen zu liefern. Das ist vor allem für Märkte relevant, weil Änderungen an Inflationsbewertung, Datenbasis oder Kommunikation später beeinflussen könnten, wie Anleger geldpolitische Signale einordnen. Eine konkrete Änderung der Zinspolitik folgt daraus nicht automatisch.
Die Fed kündigte an, regelmäßig weitere Informationen zu den Arbeitsgruppen und ihren Themen zu veröffentlichen. Ihre Ergebnisse sollen dem Offenmarktausschuss als Grundlage für die weitere geldpolitische Arbeit dienen.