Virgin Media O2: Eigentümer drängen auf neuen Blick auf 2-Mrd.-Deal
· VinciFi Redaktion

Die Eigentümer von Virgin Media O2 wollen, dass die britische Wettbewerbsbehörde CMA ihre Einschätzung zu einem geplanten 2-Mrd.-Pfund-Breitbanddeal überdenkt. Für den Ausbau des Glasfasernetzes und den Wettbewerb im britischen Großhandelsmarkt könnte die Entscheidung Folgen haben.**
Im Zentrum steht der geplante Kauf von Substantial, zu dessen Geschäften der Glasfasernetzbetreiber Netomnia gehört. Käufer wäre Nexfibre, ein Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global, Telefónica und InfraVia. Liberty Global und Telefónica besitzen zugleich Virgin Media O2. Berichten zufolge setzen die Anteilseigner die CMA unter Druck, ihre Bewertung des Geschäfts neu zu prüfen. Auslöser ist auch eine Sondergenehmigung der britischen Regierung für BTs geplanten Kauf des Konkurrenten TalkTalk.
Die CMA sieht Risiken für den Wettbewerb
Die Behörde hatte Anfang Oktober vorläufige Bedenken geäußert. Nach ihrer Einschätzung könnte der Zusammenschluss den Wettbewerb bei der Bereitstellung von Festnetz-Breitband für andere Anbieter erheblich verringern. Betroffen wäre damit der Großhandelsmarkt, auf dem Netze und Zugänge für Internetanbieter bereitgestellt werden. Die CMA sieht in ihren vorläufigen Ergebnissen eine mögliche wesentliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs.
Eine endgültige Entscheidung ist damit noch nicht gefallen. Die CMA will Rückmeldungen zu ihrem Zwischenbericht prüfen und muss anschließend über das Vorhaben entscheiden. Als Termin für das endgültige Urteil gilt der 15. Dezember.
Investitionen gegen Wettbewerbssorgen
Nexfibre und die Anteilseigner stellen den Zusammenschluss als Möglichkeit dar, ein stärkeres Gegengewicht zum Netz von BTs Openreach aufzubauen. Virgin Media O2-Chef Lutz Schüler warnte zuvor, eine Blockade des Kaufs könne künftige Investitionen in Glasfaser beeinträchtigen. Die CMA wiederum betrachtet die Überschneidung der Netze als Risiko für den Wettbewerb. Weniger Konkurrenz im Großhandel könnte sich auf Preise und Service für Anbieter und letztlich auch für Verbraucher auswirken.
Für Telefónica und Liberty Global geht es damit nicht nur um den Erwerb eines Netzes, sondern auch um die Wettbewerbslage ihres britischen Gemeinschaftsunternehmens. BT Group ist ebenfalls betroffen: Das Unternehmen steht mit Openreach bereits im Zentrum des britischen Breitbandmarkts und hat TalkTalk Telecommunications übernommen. Die CMA untersucht diesen abgeschlossenen Erwerb gesondert. Die Rückmeldungen zum Netomnia-Zwischenbericht fließen in die Entscheidung ein, die bis zum 15. Dezember erwartet wird.
