US-Erzeugerpreise steigen im September um 1,3 Prozent

· VinciFi Redaktion

US-Erzeugerpreise steigen im September um 1,3 Prozent

Die US-Erzeugerpreise legten im September gegenüber August um 1,3 Prozent zu und damit stärker als erwartet. Gleichzeitig stiegen die Einzelhandelsumsätze um 0,8 Prozent, eine Kombination, die den Inflations- und Zinspfad beeinflussen könnte.**

Die US-Einzelhandelsumsätze übertrafen ebenfalls die Erwartungen: Im September stiegen sie gegenüber August um 0,8 Prozent, erwartet worden waren 0,4 Prozent. Zusammen mit dem Preisanstieg bei Produzenten verweist er auf anhaltend starke Nachfrage und Kostendruck.

Der Erzeugerpreisindex, kurz PPI, misst die Preise, die US-Produzenten für Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen erhalten. Im August hatte der Index der Endnachfrage monatlich um 0,4 Prozent zugelegt; auf Jahressicht lag der Anstieg bei 5,4 Prozent. Im September beschleunigte sich die Jahresrate auf 6,3 Prozent, während die Monatsrate auf 1,3 Prozent sprang. Am Markt waren 0,6 Prozent für den Monatsvergleich und 5,4 Prozent für den Jahresvergleich erwartet worden.

Auch ohne Nahrungsmittel und Energie fiel der Preisdruck stärker aus als prognostiziert. Die Kern-Erzeugerpreise stiegen im September monatlich um 0,7 Prozent, nach 0,2 Prozent im August und gegenüber einer Prognose von 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich erreichte die Kernrate 5 Prozent. Sie lag damit über den erwarteten 4,4 Prozent und dem Vormonatswert von 4,6 Prozent.

Der Preisschub kommt zu erhöhten Verbraucherpreisen hinzu. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im September um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erzeuger- und Verbraucherpreise erfassen unterschiedliche Stufen der Preisentwicklung: Höhere Kosten bei Produzenten können sich weitergeben, müssen aber nicht vollständig bei Haushalten ankommen.

Für die Finanzmärkte sind die Zahlen relevant, weil Inflationserwartungen die Renditen von US-Staatsanleihen beeinflussen können. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe dient auch als Orientierung für Hypotheken-, Auto- und Kreditkartenzinsen. Nach dem kräftigen Verbraucherpreisanstieg im September waren die Renditen bereits in Bewegung. Zusammen mit robusten Einzelhandelsumsätzen könnten die neuen Daten Inflationssorgen und Erwartungen an den Zinspfad weiter beeinflussen.

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