Ukraine: Russland greift Energieanlagen mit 320+ Flugkörpern an

· VinciFi Redaktion

Ukraine: Russland greift Energieanlagen mit 320+ Flugkörpern an

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr als 320 Drohnen und Raketen gegen den Energiesektor der Ukraine eingesetzt. Der Angriff könnte Stromausfälle verschärfen und die ohnehin wichtige Versorgungssicherheit vor dem Winter weiter belasten.**

Die ukrainische Luftwaffe meldete für die Nacht zum 17. Oktober insgesamt 332 russische Drohnen sowie Raketenangriffe. Ihre Flugabwehr habe 289 Drohnen abgefangen; Einschläge wurden an 22 Orten registriert. Selenskyj bezeichnete den Angriff als einen der größten auf die ukrainische Energieinfrastruktur und sprach von mehr als 15 betroffenen Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung.

Das Energieministerium berichtete von Angriffen auf Energieanlagen in zehn Regionen. Infolge der Treffer waren Verbraucher zeitweise ohne Strom. Nach Angaben des Ministeriums konnten Einsatzkräfte die Versorgung von mehr als 500.000 Kunden wiederherstellen; Reparaturen liefen weiter, soweit es die Sicherheitslage zuließ.

Stromversorgung bleibt vor dem Winter unter Druck

Der Angriff folgt auf weitere russische Schläge gegen Energieanlagen. Bereits am 16. Oktober waren nach Angaben des Energieministeriums Einrichtungen in der Region Kiew sowie in fünf weiteren Regionen getroffen worden. Die Reparaturteams hätten an diesem Tag mehr als eine Million Verbraucher wieder mit Strom versorgt. In einigen Gebieten galten wegen der Netzengpässe stundenweise Abschaltungen, auch für Unternehmen gab es Beschränkungen.

Selenskyj hatte am Vortag vor dem Europäischen Rat erklärt, Russland habe seine Winteroperation gegen das Energiesystem begonnen. Er bat europäische Partner um PAC-2- und PAC-3-Abfangraketen für die Luftverteidigung. Die jüngsten Angriffe erhöhen den Druck, Energieanlagen und Stromnetze zu schützen, während die Ukraine in die kalte Jahreszeit geht.

Für den Energiemarkt zählt nicht allein, ob Kraftwerke beschädigt werden. Auch Angriffe auf Hochspannungsleitungen können den Transport von Strom zwischen Regionen erschweren. Dadurch könnten Stromausfälle und Engpässe länger anhalten; für die Versorgung in der Ukraine bleiben Reparaturen und der Schutz der Infrastruktur entscheidend.

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