Ukraine: Angriffe lassen über 500.000 Menschen ohne Strom

· VinciFi Redaktion

Ukraine: Angriffe lassen über 500.000 Menschen ohne Strom

Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben in sechs Regionen mehr als 500.000 Menschen vom Stromnetz abgeschnitten. Die Ausfälle treffen auch die Industrie: Ukrenergo setzte für den 23. Oktober Einschränkungen für Haushalte und Unternehmen an.**

In der Region Schytomyr trafen Angriffe in der Nacht zum 23. Oktober Energieanlagen und Wohnhäuser. Am Morgen waren dort nach Angaben des Regionalchefs mehr als 900 Ortschaften ohne Strom. Sechs Privathäuser wurden beschädigt. Kritische Einrichtungen liefen mit Notstrom, während Reparaturteams rund um die Uhr an der Wiederherstellung der Versorgung arbeiteten.

Bereits am 22. Oktober hatte das Energieministerium neue Stromausfälle in sechs Regionen gemeldet: Dnipropetrowsk, Donezk, Saporischschja, Sumy, Charkiw und Cherson. In derselben Nacht und am Morgen trafen russische Angriffe Energieanlagen in Poltawa, Wolhynien und Riwne. In Teilen Kyjiws führten beschädigte Anlagen zu Notabschaltungen. Damit kamen neue Schäden zu Reparaturarbeiten nach früheren Angriffen hinzu.

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal bezifferte die Angriffe auf Energie- sowie Öl- und Gasanlagen binnen drei Tagen auf rund 60. Auch die Vorbereitung auf den Winter ist betroffen: Der Chef des Netzbetreibers Ukrenergo sagte am 16. Oktober, Angriffe auf Wärmekraftwerke hätten die zuvor erstellten Szenarien für die Heizperiode verschlechtert. Zugleich stufte er die Lage damals nicht als kritisch ein.

Die Belastung reicht über die Stromversorgung von Haushalten hinaus. Für den 23. Oktober galten laut Ukrenergo zwischen 6 Uhr und 23:59 Uhr stundenweise Abschaltungen für Verbraucher sowie Leistungsbegrenzungen für Industriebetriebe. Solche Vorgaben können die verfügbare Stromversorgung der Industrie einschränken. Ukrainische Energieunternehmen forderten internationale Partner zudem auf, Hilfen, insbesondere für die Luftverteidigung, zu beschleunigen und den Sanktionsdruck auf Russland zu erhöhen.

Ukrenergo setzte die Einschränkungen für den 23. Oktober an und warnte, dass die Zeitpläne im Tagesverlauf angepasst werden könnten, falls sich die Lage im Stromnetz ändere. Die Reparaturteams arbeiten unterdessen weiter an der Wiederherstellung der Versorgung in den betroffenen Gebieten.

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