Ueda: Zinsschritte dürften Langfristzinsen steigen lassen
· VinciFi Redaktion

BoJ-Chef Kazuo Ueda zufolge dürften langfristige Zinsen stetig mit dem kurzfristigen Leitzins steigen, falls die Bank of Japan diesen anhebt. Passt die BoJ den Leitzins nicht angemessen an, könnten Inflationssorgen am Markt die Langfristzinsen ebenfalls erhöhen.**
Die Bank of Japan hob ihren Leitzins im September von 1,0 auf 1,25 Prozent an. Damit erreichte er den höchsten Stand seit 31 Jahren. Uedas Aussagen beschreiben mögliche Folgen unterschiedlicher geldpolitischer Verläufe, sie verkünden keine weitere Zinserhöhung.
Am 16. Oktober sagte Ueda, Japans Wirtschaft entwickle sich seit der September-Sitzung weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Zugleich betonte der BoJ-Chef, dass die Notenbank die zugrunde liegende Inflation nicht weiter über 2 Prozent steigen lassen könne. Der Preisdruck ist damit ein wichtiger Teil der Debatte über den weiteren Kurs der Notenbank.
Ueda skizzierte zwei mögliche Wege für die langfristigen Zinsen. Hebt die BoJ den kurzfristigen Leitzins an, dürften die langfristigen Zinsen ihm nach und nach folgen. Wird der Leitzins dagegen nicht passend angepasst, könnten Sorgen über Inflationsrisiken am Markt die Langfristzinsen nach oben treiben. In beiden Fällen geht es um die Entwicklung der Marktzinsen, nicht um eine bereits beschlossene Änderung des Leitzinses.
Auch im BoJ-Direktorium gibt es Stimmen, die vor zu großer Vorsicht bei Zinserhöhungen warnen. Direktoriumsmitglied Junko Koeda verwies auf erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation. Ueda sagte am 16. Oktober außerdem, die Notenbank wolle die geldpolitische Akkommodierung durch weitere Zinserhöhungen anpassen.
Die nächste geldpolitische Sitzung der Bank of Japan ist für den 30. Oktober angesetzt. Dort steht die Entscheidung über den weiteren Leitzinspfad an.