Ueda sieht Japans Inflationstrend nahe 2 Prozent
· VinciFi Redaktion

Japans Notenbankchef Kazuo Ueda sieht die zugrunde liegende Inflation nahe dem Ziel von 2 Prozent.**
Uedas Ansprache bei einem Treffen japanischer Kreditgenossenschaften wurde am 16. Oktober von Vizechef Shinichi Uchida verlesen. Darin betonte der Notenbankchef, dass die Inflation um das Ziel von 2 Prozent verankert werden müsse. Zugleich verwies er auf das Risiko, dass die Teuerung über das Ziel hinausschießt.
Als mögliche Einflussfaktoren für Japans Wirtschaft und Preise nannte Ueda die Spannungen im Nahen Osten, die Nachfrage rund um künstliche Intelligenz und Wechselkursbewegungen. Die Bank of Japan will ihren Leitzins nach Uedas Worten abhängig von der Entwicklung bei Wirtschaft, Preisen und Finanzbedingungen weiter anheben.
Der Leitzins liegt derzeit bei 1,25 Prozent. Mehrere Brokerhäuser erwarten den nächsten Zinsschritt im Dezember. Uedas Hinweis auf die Inflationsentwicklung kann deshalb für die Erwartungen an die japanischen Zinsen und den Yen relevant sein. Ein strafferer Zinspfad könnte außerdem die Finanzierungskosten in Japan beeinflussen.
Ein aktueller Preisindikator liefert zusätzlichen Kontext: Die Verbraucherpreise in Tokio ohne frische Lebensmittel stiegen im September im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Im August hatte der Anstieg 1,8 Prozent betragen; die Markterwartung für September lag bei 2,4 Prozent. Dieser regionale Verbraucherpreisindex misst nicht direkt dieselbe zugrunde liegende Inflation, auf die Ueda in seiner Ansprache Bezug nahm.
Die nächste geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan ist für den 30. Oktober angesetzt. Dann steht der Leitzins erneut im Fokus, während die Notenbank ihre Einschätzung zur Entwicklung von Wirtschaft und Preisen an den verfügbaren Daten ausrichtet.