Trump könnte bei Wahlverlust Iran-Einsatz erwägen
· VinciFi Redaktion

Ein US-Vertreter hält es für möglich, dass Donald Trump nach einer Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen einen Militäreinsatz gegen Iran erwägt. Das Eskalationsrisiko rückt damit auch die Ölversorgung aus der Region in den Fokus.**
Zwei Diplomaten, die über Gespräche informiert wurden, zufolge baten US-Vertreter mehrere Staaten im Nahen Osten, sich auf mögliche neue Angriffe nach der Wahl und eine mögliche iranische Vergeltung vorzubereiten. Trump hat demnach noch keine endgültige Entscheidung über weitere Angriffe getroffen. Die Einschätzung des US-Vertreters knüpft die Möglichkeit eines Einsatzes ausdrücklich an einen Wahlausgang: eine Niederlage der Republikaner.
Die Zwischenwahlen finden am 3. November statt. Der von den Diplomaten geschilderte Zeitrahmen für mögliche neue Militäraktionen liegt nach dem Wahltag. Damit geht es derzeit um eine erwogene Option, nicht um einen bereits angeordneten Einsatz. Für die Regierungen in der Region wäre neben einem möglichen Angriff auch die Gefahr einer iranischen Reaktion relevant.
Am Ölmarkt rückte die Sorge um Lieferungen aus dem Nahen Osten in den Vordergrund. Brent-Öl verteuerte sich am Freitag um 2,4 Prozent und schloss bei 117,64 US-Dollar je Barrel. Das war der höchste Schlussstand seit Ende April. Ein Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus hatte die Sorgen um die Versorgung zusätzlich verstärkt.
Die Ölbewegung lässt sich dabei nicht allein mit der möglichen US-Aktion erklären. Im Zentrum standen zugleich die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt und die Frage, ob diplomatische Bemühungen eine weitere Eskalation verhindern können. Diese gegenläufigen Faktoren machen den Ölpreis anfällig für neue politische Signale aus der Region. Für den Markt zählt daher nicht nur, ob Washington einen Einsatz erwägt, sondern auch, wie sich die Risiken für die Versorgung entwickeln.
Der nächste feste Termin ist die US-Zwischenwahl am 3. November.