Selenskyj: Russland traf sechs Energieanlagen
· VinciFi Redaktion

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, am Montag sechs Energieanlagen in der Ukraine getroffen zu haben. Weitere Schäden könnten die Stromversorgung in einzelnen Regionen verschärfen, in denen es bereits Einschränkungen gibt.**
In der Region Charkiw griffen russische Streitkräfte über Nacht Gasförderanlagen des staatlichen Unternehmens Naftogaz an. Das Unternehmen meldete anschließend einen Brand. Der Angriff betrifft damit neben der Stromversorgung auch ukrainische Gasförderanlagen.
Selenskyj zufolge gab es in der vergangenen Woche mehr als 200 Angriffe auf Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung sowie 17 Angriffe auf Gas- und Ölanlagen. Diese Zahlen umfassen Angriffe über mehrere Tage und beziehen sich nicht nur auf die von ihm genannten sechs Treffer am Montag.
Ukrenergo sieht das Stromnetz unter zusätzlichem Druck
Die ukrainische Netzgesellschaft Ukrenergo erklärte bereits am 9. Oktober, Russland greife vermehrt Umspannwerke sowie Übertragungs- und Verteilungsleitungen nahe großer Städte an. Schäden an Erzeugungsanlagen machen manche Regionen von Strom aus anderen Landesteilen abhängig, der über Hunderte Kilometer übertragen werden muss. Deshalb können einzelne Regionen unterversorgt sein, während andernorts Strom verfügbar ist.
Ukrenergo führte Anfang Oktober in einigen Regionen stundenweise Abschaltungen ein. Am 8. Oktober galten solche Zeitpläne laut dem Unternehmen den ganzen Tag. Für Haushalte und Betriebe können Angriffe auf Leitungen deshalb auch dann Folgen haben, wenn Kraftwerke in anderen Landesteilen Strom erzeugen. Die Reparatur und der sichere Transport der Energie sind neben der verfügbaren Erzeugung entscheidend für die örtliche Versorgung.
Streit um eine Energie-Waffenruhe
Die Angriffe fallen in eine Phase, in der US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Russland und die Ukraine hätten sich auf eine Energie-Waffenruhe geeinigt. Selenskyj sagte, die Ukraine sei zu einer Waffenruhe bereit, sofern Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur ebenfalls einstellt. Er erklärte zugleich, von einer solchen Vereinbarung nichts gewusst zu haben.
Für den Energiesektor bleibt damit die Versorgungslage in der Ukraine unmittelbar von Schäden an Kraftwerken und Netzen betroffen. Selenskyjs Angaben zu den Angriffen auf Gas- und Ölanlagen zeigen zudem, dass auch diese Bereiche im Konflikt eine Rolle spielen. Die ukrainische Bereitschaft zu einer Waffenruhe knüpft der Präsident an ein Ende der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur.