Russland gibt 500.000 Tonnen Diesel für Weltmarkt frei
· VinciFi Redaktion

Der Kreml sagt, russischer Diesel erreiche wieder die Weltmärkte; die Regierung hatte dafür zunächst 500.000 Tonnen freigegeben. Zusätzliche Lieferungen könnten den angespannten Dieselmarkt entlasten, ihn laut Kreml aber nicht vollständig stabilisieren.**
Im Ostseehafen Primorsk haben die Verladungen russischen Diesels für den Export wieder begonnen. Sie folgen einem Abkommen zwischen Washington und Moskau über Lieferungen auf die Weltmärkte.
Die russische Regierung lockerte das Exportverbot teilweise. Der Beschluss trat am 10. Oktober in Kraft und ermöglicht in der ersten Stufe die Lieferung von 500.000 Tonnen Diesel auf den Weltmarkt. Laut Regierung beruht die Entscheidung auf Vereinbarungen zwischen Wladimir Putin und Donald Trump. Das Exportverbot hatte zuvor für Produzenten bis zum 31. Oktober und für Nichtproduzenten bis zum 31. Januar gegolten. Das US-Finanzministerium kündigte zudem eine befristete Lizenz für Lieferungen russischen Diesels auf den Weltmarkt an.
Vizepremier Alexander Novak sagte am 15. Oktober, russische Ölunternehmen seien jederzeit bereit, Diesel auf die Weltmärkte zu liefern. Zugleich liefen Verhandlungen über die kommerziellen Bedingungen. Die Verladungen in Primorsk haben damit wieder begonnen, während weitere Liefergeschäfte noch verhandelt werden.
Im September lagen die weltweiten Diesel-Exporte um 700.000 Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau. Die Internationale Energieagentur informierte ihre Mitgliedstaaten vor der Sitzung ihres Gouverneursrats am 15. Oktober über die angespannte Lage am globalen Dieselmarkt.
Zusätzliche russische Lieferungen könnten in diesem Umfeld das verfügbare Angebot erhöhen und den Druck auf den Markt mindern. Die Freigabe von 500.000 Tonnen ist jedoch die erste Stufe; sie beschreibt nicht automatisch die tatsächlich eintreffende Gesamtmenge. Der Kreml erwartet einen positiven Effekt, sagt aber, die Lieferungen reichten nicht für eine vollständige Stabilisierung des Marktes. Russischer Diesel ist damit ein möglicher Entlastungsfaktor in einem global angespannten Markt.