Rotes Meer belebt sich, doch Fracht bleibt teuer

· VinciFi Redaktion

Rotes Meer belebt sich, doch Fracht bleibt teuer

Der Schiffsverkehr im Roten Meer hat laut Bank of America 65 Prozent des normalen Niveaus erreicht, nach 50 Prozent im September. Hohe Tanker- und Frachtraten könnten weiter Druck auf Lieferkosten und damit auf die Inflation ausüben.**

Die Erholung zeigt sich auch am Suezkanal. Die Kanalbehörde zählte von Januar bis Ende September 276 Durchfahrten von Schiffen der Maersk-Gruppe, verglichen mit 146 im Vorjahreszeitraum. Maersk erklärte bei Gesprächen mit der Behörde, weitere Dienste zurück auf die Suezroute bringen zu wollen. Das Unternehmen rechnet mit der Rückkehr aller seiner Dienste bis März 2027.

Mehr Schiffe auf der kürzeren Route bedeuten noch keine günstige Fracht. Die Bank of America beziffert die Tagesraten für Öltanker auf bis zu 650.000 US-Dollar. Die Frachtraten für Massengutfrachter liegen 31 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das sind unterschiedliche Schiffstypen und Raten; sie zeigen, dass die Erholung nicht alle Bereiche der Schifffahrt gleich erfasst.

Auch bei Containern bleiben die Preise in Bewegung. Freightos meldete für die Woche vor dem 21. Oktober einen Anstieg der Spotrate von Asien nach Nordeuropa um 6 Prozent auf 3.442 US-Dollar je FEU, also je 40-Fuß-Äquivalent. Die Route durchs Rote Meer kann Schiffe schneller zurück in den Umlauf bringen und so zusätzliche Kapazität schaffen. Gleichzeitig können Sicherheitsrisiken, Umwege und Verzögerungen Kosten hochhalten.

Die Internationale Energieagentur verweist darauf, dass längere Lieferwege und geringere Effizienz der Flotten die Frachtraten nach oben treiben können. Teurerer Transport kann sich auf die Kosten von Öl und anderen Waren auswirken und so zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen. Damit können hohe Transportkosten für Unternehmen, die Waren über See importieren, trotz der Erholung ein relevanter Kostenfaktor bleiben.

Eine vollständige Rückkehr des Containerverkehrs auf die Route durch das Rote Meer wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Die Suezkanalbehörde spricht mit Reedereien über die Rückkehr weiterer Dienste; Maersk rechnet damit, seine Dienste bis März 2027 wieder auf die Route zu bringen.

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