RBA-Protokoll: Alle stimmen für Zinsschritt um 0,25 Punkte
· VinciFi Redaktion

Das Protokoll der australischen Notenbank zeigt: Der Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte auf 4,60 Prozent wurde einstimmig beschlossen. Die höheren Zinsen sollen die Inflation bremsen und können Kredite für Haushalte und Unternehmen verteuern.**
In ihrer Diskussion sahen die Mitglieder mehrere Gründe für den Schritt: Die Inflation lag weiterhin zu hoch, die Juli-Daten fielen stärker aus als erwartet und die Energiepreise waren deutlich gestiegen. Auch Risiken durch steigende Preise für Technologie und Komponenten in der KI-Lieferkette beschäftigten den Vorstand.
Zinsentscheidung folgte auf stärkere Preissignale
Vor der Sitzung hatten die Markterwartungen für den australischen Leitzins zugenommen. Die RBA verwies auf stärkere Inflations- und Aktivitätsdaten als erwartet sowie höhere Ölpreise. Alle befragten Marktökonomen erwarteten eine Erhöhung bei diesem Treffen. Zuvor hatte die Notenbank den Leitzins im August bei 4,35 Prozent belassen. Mit dem Schritt vom 29. September stieg er auf 4,60 Prozent; wirksam wurde die Änderung am 30. September.
Die Mitglieder sahen zugleich eine Abkühlung der heimischen Nachfrage. Das Wachstum im Juni-Quartal war zwar etwas stärker als erwartet, vor allem wegen höherer Unternehmensinvestitionen. Der private Konsum hatte sich im ersten Halbjahr jedoch wie erwartet verlangsamt. Die Arbeitslosenquote stieg im August auf 4,6 Prozent. Die RBA warnte, die aktuellen Arbeitsmarktdaten wegen methodischer Änderungen mit Vorsicht zu lesen.
Höhere Zinsen treffen auf angespannte Wohnlage
Die Notenbank beschrieb die finanziellen Bedingungen insgesamt als etwas restriktiv, ihre genaue Wirkung sei aber unsicher. Die Immobilienpreise fielen stärker als erwartet, und neue Wohnungsbaukredite gingen deutlich zurück. Zugleich lagen die geplanten Hypothekenzahlungen bei rund 10 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens, etwa auf dem Höchststand von 2024. Weitere Zinserhöhungen könnten die Finanzierungskosten für Kreditnehmer zusätzlich erhöhen.
Auch die Renditen australischer Staatsanleihen waren seit der vorherigen Sitzung deutlich gestiegen. Die RBA führte das vor allem auf höhere reale Renditen zurück; langfristige Inflationserwartungen blieben weitgehend mit den Inflationszielen vereinbar. Seit der vorherigen Sitzung waren zudem australische Aktienkurse um rund 5 Prozent gesunken, auch wegen schwächerer Gewinnerwartungen in wichtigen Indexsektoren.
Die nächste Zinsentscheidung fällt am 3. November. Dann veröffentlicht die RBA auch ihre nächste geldpolitische Erklärung.