Qatar-geführte Vermittler drängen Iran zu Atomzugeständnissen

· VinciFi Redaktion

Qatar-geführte Vermittler drängen Iran zu Atomzugeständnissen

Qatar-geführte Vermittler sollen Iran einen Tausch vorschlagen: Zugang für UN-Inspektoren zu beschädigten Nuklearanlagen gegen begrenzte Sanktionserleichterungen und Zugang zu eingefrorenen Geldern. Eine Einigung könnte die Gefahr neuer US-israelischer Angriffe nach den US-Zwischenwahlen mindern und die Ölversorgung beeinflussen.**

Qatar führt die Vermittlungsbemühungen mit Unterstützung Pakistans, Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei. Iran hat dem Vorschlag bislang nicht zugestimmt. Ein hochrangiger iranischer Amtsträger bezeichnete die vorgelegten Ideen als unannehmbar und sagte, sie seien kein konkretes Angebot. Ein anderer, über die Gespräche informierter Vertreter erwartete eine Antwort Teherans bis zum Ende der Woche.

Inspektionen sollen Vertrauen schaffen

Der Streit um den Zugang der Internationalen Atomenergie-Organisation zu Irans Nuklearanlagen besteht unabhängig von dem Vorschlag. Die britische UN-Vertreterin Sarah MacIntosh sagte am 27. Oktober im Sicherheitsrat, Iran verwehre der IAEA Inspektionen an besonders sensiblen Anlagen. Sie bezifferte Irans Bestand auf mehr als 400 Kilogramm Uran, angereichert auf 60 Prozent. Der Bestand an hochangereichertem Uran sei seit mehr als einem Jahr nicht erfasst. Die britische Stellungnahme sagte außerdem, der Gouverneursrat der IAEA habe Iran im Vormonat wegen fortdauernder Verstöße gegen Sicherungspflichten an den Sicherheitsrat verwiesen.

Für die IAEA ist der Zugang entscheidend, um den Status des Nuklearmaterials zu prüfen. MacIntosh sagte, die Behörde sei bereit, ihre Sicherungsmaßnahmen in Iran kurzfristig wieder aufzunehmen. Damit steht die Kontrolle der Anlagen im Zentrum des diplomatischen Streits, während der Vorschlag mögliche Gegenleistungen ins Spiel bringt.

Öl und Schifffahrt stehen ebenfalls im Fokus

Der Konflikt hat den weltweiten Schiffsverkehr und die Ölversorgung beeinträchtigt. Das macht eine Entspannung auch für die Märkte für Rohöl und Seefracht relevant: Eine Verständigung könnte die Risiken für Lieferwege mindern, eine weitere Eskalation sie erhöhen. Ein breiterer Plan von Golfstaaten zielt auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung von Sanktionen. Er ist vom Vorschlag zu den Nuklearinspektionen zu unterscheiden.

Als nächstes wird eine Antwort Teherans auf die vorgelegten Ideen bis zum Ende der Woche erwartet.

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