Premier: Angriffe zielten auf Energieanlagen in vier Regionen
· VinciFi Redaktion

Der ukrainische Premierminister Serhij Koretskyj zufolge richteten sich russische Angriffe gegen Energieanlagen in Kiew, Wolhynien, Odesa und Mykolajiw. Die Stromversorgung steht bereits unter Druck: Für den 21. Oktober hat Ukrenergo in Teilen des Landes zeitweise Einschränkungen angekündigt.**
Die Angriffswelle in der Nacht zum 19. Oktober traf laut dem ukrainischen Innenministerium Energie- und zivile Infrastruktur in elf Regionen. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden dabei mehr als zehn Energieanlagen beschädigt und mindestens 550.000 Haushalte waren ohne Strom. Russland setzte nach Angaben des Ministeriums 16 ballistische Raketen und mehr als 200 Drohnen verschiedener Typen gegen Kiew und die Region ein. Reparaturteams rückten zu den beschädigten Anlagen aus.
Angriffe auf ein bereits belastetes Netz
Die Attacken reihten sich in eine Serie von Angriffen ein. Das ukrainische Energieministerium zählte für die vorangegangene Woche 87 Angriffe auf den Energie- sowie den Öl- und Gassektor. Im selben Zeitraum wurden laut Angaben des Energieministeriums 224 Schadensfälle an Energie-, Öl- und Gasinfrastruktur registriert. Premierminister Koretskyj sagte, seit seiner Ernennung am 16. Juli habe es keinen Tag ohne Angriffe auf das Energiesystem gegeben. Bis zum 19. Oktober seien 2.147 Angriffe auf Energieziele verzeichnet worden.
Die ukrainische Regierung arbeitet parallel an zusätzlichem Schutz und an der Versorgung im Winter. Bei einer Sitzung des Energie-Krisenstabs wurden der Zustand des Systems, Reparaturen und Vorbereitungen für die Herbst- und Winterperiode besprochen. Koretskyj drängte zudem auf einen schnelleren Ausbau dezentraler Stromerzeugung. Für den Schutz kritischer Energieanlagen in der Region Cherson stellte die Regierung 50 Mio. Hrywnja für Arbeiten an acht Anlagen bereit.
Einschränkungen treffen auch Betriebe
Ukrenergo kündigte für den 21. Oktober von 06:00 bis 23:59 Uhr Beschränkungen in Teilen der Ukraine an. Für Industrieunternehmen sind Leistungsbegrenzungen vorgesehen, während für Verbraucher stundenweise Abschaltungen in ein bis zwei Gruppen gelten. Solche Eingriffe können die Produktion und Versorgung in den betroffenen Regionen beeinträchtigen.
Die Einschränkungen gelten am 21. Oktober; Ukrenergo begründete sie mit den Folgen der Angriffe auf die Energieinfrastruktur.