Ölströme aus dem Persischen Golf über Vorkriegsniveau

· VinciFi Redaktion

Ölströme aus dem Persischen Golf über Vorkriegsniveau

Die erfassten Ölströme aus dem Persischen Golf übertrafen in der Woche bis zum 18. Oktober laut Kpler das Vorkriegsniveau. Für den Ölpreis bedeutet das noch keine Entspannung: Hohe Transportkosten und die Sorge vor neuen Angriffen halten den Markt unter Druck.**

Die Kpler-Zahl umfasst mehr als Tankerfahrten durch die Straße von Hormus. Eingerechnet sind auch alternative Wege: Umladungen im Golf von Oman, Verladungen an Terminals in Fujairah und Oman sowie Ausfuhren über das Rote Meer. Iranische Lieferungen sind in dieser Auswertung nicht enthalten; die Werte sind vorläufig.

In der Woche bis zum 18. Oktober lagen die so erfassten Ausfuhren aus Nicht-Iran-Staaten bei durchschnittlich mehr als 24,5 Millionen Barrel pro Tag. Für die Woche vor Kriegsbeginn, die am 22. Februar endete, weist Kpler 24,4 Millionen Barrel pro Tag aus. Der Abstand ist gering, doch er zeigt, dass die Lieferströme über mehrere Routen wieder ein hohes Niveau erreicht haben.

Der Verkehr durch Hormus selbst hinkt dem Gesamtwert hinterher. Vorläufige Daten bezifferten die Ölmengen durch die Meerenge einschließlich Umladungen nahe dem Golf von Oman auf rund 14 Millionen Barrel pro Tag. Das entsprach etwa 82 Prozent des Vorkriegsniveaus. Ein Teil der Versorgung wird also über Umwege bewegt, statt die zentrale Passage vollständig zu nutzen.

Ein US-geschütztes Schifffahrtssystem hält Tanker trotz anhaltender Angriffe in der Straße von Hormus in Bewegung. Das hilft, Öl auf den Weltmarkt zu bringen, beseitigt aber die Risiken für Reeder und Ladungen nicht. Steigende Frachtraten verteuern den Transport; knappe Lagerbestände und die Gefahr einer erneuten Eskalation können den Ölpreis zusätzlich stützen. Mehr ausgelieferte Fässer und ein angespannter Markt schließen sich deshalb nicht aus.

Die US-Energieinformationsbehörde schätzte im Juni, dass Förderkürzungen im Nahen Osten die weltweiten Lagerbestände stark belasteten. Die Bestände in den OECD-Staaten lagen demnach auf dem niedrigsten Stand seit 2003. Im Juli erwartete die Behörde, dass sich Produktion und Handelsströme bis zum Jahresende wieder nahe dem Vorkriegsniveau bewegen könnten. Die aktuellen Kpler-Daten zeigen eine Erholung der erfassten Ausfuhren, während die Transportwege und Kosten weiter eine zentrale Rolle für die Ölversorgung spielen.

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