OBR hebt Inflationsprognose für 2027 auf 3,5 %
· VinciFi Redaktion

Das britische Haushaltsbüro OBR rechnet 2027 im Jahresdurchschnitt mit 3,5 % Inflation statt der im März erwarteten 2 %. Für den Beginn des Jahres erwartet es sogar einen vierteljährlichen Höchststand von 3,75 %.**
Der für 2027 erwartete Höchstwert von 3,75 % bezieht sich auf ein Quartal zu Jahresbeginn. Die 3,5 % sind dagegen die zentrale Prognose für das Gesamtjahr. Beides sind Vorhersagen, keine bereits gemessenen Preissteigerungen.
Der Abstand zur vorherigen Einschätzung ist groß: Im März hatte das OBR für 2027 noch mit 2 % Inflation gerechnet. Die neue Prognose fällt damit deutlich höher aus. Sie fügt sich in die zuletzt gemessene Entwicklung ein: Die britische Jahresinflation lag im September bei 3,5 %, nach 3,1 % im August. Das geht aus den vom britischen Statistikamt veröffentlichten Verbraucherpreisdaten hervor.
Die Parlamentsbibliothek des Vereinigten Königreichs nennt den Konflikt im Nahen Osten und den damit verbundenen Anstieg der Energiepreise als Faktoren, die die Inflation nach oben treiben dürften. Höhere Energiepreise können direkt Heiz- und Treibstoffkosten erhöhen und sich über Transport und Produktion auch auf weitere Preise auswirken. Die Prognose zeigt, dass das OBR mit anhaltendem Preisdruck rechnet, statt mit einer raschen Rückkehr zu den zuvor erwarteten 2 %.
Warum die Prognose für Zinsen zählt
Für die Geldpolitik ist entscheidend, wie sich die tatsächliche Inflation entwickelt und ob der Preisdruck anhält. Bleibt sie länger erhöht, könnte das den Spielraum für Zinssenkungen der Bank of England einschränken. Das sind mögliche Folgen der Inflationsentwicklung, keine vom OBR angekündigten Zinsentscheidungen.
Die neue Prognose wurde am Tag des britischen Haushaltsplans veröffentlicht. Der erwartete Inflationshöhepunkt zu Beginn des Jahres 2027 und die folgenden Messwerte werden zeigen, ob sich der prognostizierte Preisdruck bestätigt.