Nowak spricht von Angriffen auf vier Anlagen
· VinciFi Redaktion

Russlands Vizepremier Alexander Nowak spricht von Angriffen auf drei Ölraffinerien und ein Chemiewerk; an einer Anlage gebe es leichten Schaden. Ein längerer Ausfall könnte die Verarbeitung von Kraftstoffen in Russland beeinträchtigen.**
Der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, erklärte am Morgen, Luftabwehr und mobile Feuergruppen seien im Einsatz. Ein konkretes Ziel benannte er dabei nicht. Zugleich wurde ein Feuer auf dem Gelände der Raffinerie in Nowokuibyschewsk gemeldet. Die Anlage gehört zu Rosneft und kann laut Unternehmensangaben jährlich rund 8,8 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten.
Raffinerieangriffe gingen im Oktober zunächst zurück
Eine Auswertung datierter Angriffe zählte 22 Treffer auf russische Ölraffinerien im August, 16 im September und sechs im Oktober. Zwischen dem 16. und dem 29. Oktober verzeichnete sie keinen Treffer. Die Zahlen sind Mindestwerte. Für den 30. Oktober führte die Auswertung einen unbestätigten Brand in Nowokuibyschewsk auf. Nowaks Angaben zu Angriffen am selben Tag fallen damit in eine Phase, in der die dokumentierten Angriffe zuvor seltener geworden waren.
Die Belastung der Branche zeigt sich auch bei den Produktionskapazitäten. Für Oktober summierten sich gemeldete Stillstände oder Kürzungen auf Anlagen mit einer jährlichen Kapazität von rund 14,8 Millionen Tonnen. Die russische nominelle Raffineriekapazität liegt bei 327 Millionen Tonnen pro Jahr.
Gleichzeitig erholte sich die Verarbeitung zuletzt. Eine Branchen-Schätzung bezifferte sie für die zweite Oktoberhälfte auf rund fünf Millionen Barrel pro Tag. Ob eine Anlage nach einem Angriff weiterarbeitet oder länger eingeschränkt bleibt, kann für die verfügbare Kraftstoffmenge entscheidend sein.
Raffinerie stellt auch Flugzeugtreibstoff her
Die Anlage in Nowokuibyschewsk produziert neben anderen Kraftstoffen auch Flugzeugtreibstoff. Ein längerer Ausfall könnte deshalb die Verfügbarkeit von Produkten aus russischen Raffinerien mindern. Die Angriffe betreffen damit nicht nur die Verarbeitung von Rohöl, sondern könnten auch die Versorgung mit einzelnen Kraftstoffen beeinflussen.