Niederlande: BIP wächst stärker als erwartet

· VinciFi Redaktion

Niederlande: BIP wächst stärker als erwartet

Das niederländische BIP stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent, doppelt so stark wie prognostiziert. Auch der Jahresvergleich übertraf die Erwartung und liefert ein kräftigeres Signal zur Konjunktur als erwartet.**

Im Jahresvergleich lag die Wirtschaftsleistung 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Prognose hatte bei 1,3 Prozent gelegen; der vorherige Wert für den Jahresvergleich betrug 1,6 Prozent. Die Quartalsrate blieb dagegen mit 0,6 Prozent auf dem Niveau des Vorquartals. Erwartet worden waren diesmal 0,3 Prozent. Die veröffentlichten Werte sind vorläufig; die Quartalsrate ist saisonbereinigt, der Jahresvergleich nicht.

Exporte und Konsum stützten ING zufolge das Wachstum

Vor der Veröffentlichung sah ING die Warenausfuhren als wichtigen möglichen Treiber. Die Güterexporte hätten sich bereits im zweiten Quartal stark entwickelt und dürften im dritten weiter zugelegt haben. Zusammen mit verhaltenen Importen könne der Außenhandel einen deutlichen Beitrag zum BIP-Wachstum leisten. ING verwies zugleich darauf, dass monatliche Handelsdaten stark schwanken können.

Auch der private Konsum deutete laut ING auf einen positiven Beitrag hin. Das Verbrauchervertrauen verbesserte sich demnach in jedem Monat des dritten Quartals, blieb insgesamt aber auf niedrigem Niveau. Die Löhne stiegen stärker als die Inflation und stützten damit die Kaufkraft der Haushalte. Die Industrie zeigte ein gemischteres Bild: Die Maschinenproduktion blieb kräftig, während mehrere andere, energieintensive Branchen weiter unter schwacher preislicher Wettbewerbsfähigkeit litten.

Investitionen lieferten ein uneinheitliches Bild

Bei den Investitionen hielt ING sowohl einen Rückgang als auch einen Zuwachs für möglich. Unternehmen hatten laut der Analyse Schwierigkeiten, geplante Vorhaben umzusetzen. Als Hindernisse nannte ING Engpässe im Stromnetz, fehlende Fachkräfte für die Installation neuer Anlagen und begrenzte Kapazitäten bei Genehmigungen für Stickstoffemissionen. Auch die Lagerbestände dürften ING zufolge nur wenig zum Wachstum beigetragen haben.

ING hatte zunächst mit einem Quartalsplus von 0,5 Prozent gerechnet. Vor der Veröffentlichung hielt die Bank einen Zuwachs von 0,8 bis 1,1 Prozent für realistisch, sofern die Daten für September keine Enttäuschung bringen. Die jetzt vorliegende Quartalsrate von 0,6 Prozent liegt über der Prognose von 0,3 Prozent, während Exporte und Konsum laut ING zu den wichtigsten möglichen Stützen gehörten.

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