LNG laut Berichten so teuer wie seit Ende 2022 nicht
· VinciFi Redaktion

Die weltweiten Spotpreise für Flüssigerdgas sind Berichten zufolge auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen, während Katars Lieferstopp anhält. Der Engpass könnte auch Europas Gasbeschaffung verteuern und energieintensive Unternehmen belasten.**
Was passiert ist
Flüssigerdgas, kurz LNG, verteuert sich Berichten zufolge weltweit im kurzfristigen Handel. Die Spotpreise sollen den höchsten Stand seit Ende 2022 erreicht haben. Als Hintergrund werden die anhaltenden Lieferausfälle aus Katar genannt.
Zugleich liegt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus der Meldung zufolge 80 % unter dem Niveau vom Februar. Diese Angabe bezieht sich auf den maritimen Verkehr, nicht ausdrücklich auf die transportierte LNG-Menge. Katar verlängert demnach außerdem die Berufung auf höhere Gewalt bei LNG-Verträgen, sogenannte Force-majeure-Regelungen.
Ein konkreter Preis oder ein einzelner Referenzmarkt wird in der Ausgangsmeldung nicht genannt. Der gemeldete Höchststand lässt sich deshalb keinem bestimmten europäischen oder asiatischen Preisindex zuordnen.
Hintergrund
Die Bedeutung der Route reicht weit über Katar hinaus. Eine im Juni 2025 veröffentlichte Auswertung von Handelsdaten bezifferte den Anteil der Straße von Hormus an den weltweiten LNG-Strömen auf rund 20 %. Das ist eine historische Einordnung, keine Messung des aktuellen Verkehrs.
Auch europäische Abnehmer sind von den Lieferstörungen betroffen: Berichten zufolge wurde die Force-majeure-Mitteilung für den italienischen Energieversorger Edison verlängert. Lieferungen sollen dort bis Anfang Dezember ausbleiben. Für einige asiatische Kunden wurde dagegen eine Verlängerung bis November gemeldet. Die unterschiedlichen Fristen betreffen unterschiedliche Abnehmer.
Was das bedeuten kann
Wenn weniger LNG verfügbar ist, könnten europäische und asiatische Käufer stärker um Ersatzlieferungen konkurrieren. Das könnte die kurzfristigen Beschaffungskosten erhöhen und den Kostendruck bei gasintensiven Industriebetrieben verstärken.
Wenn du Aktien solcher Unternehmen hältst, könnten höhere Energiekosten deren Margen belasten. Wie stark dieser Effekt ausfallen könnte, hängt unter anderem von Lieferverträgen, Preisabsicherungen und der Möglichkeit ab, Mehrkosten weiterzugeben. Aus dem gemeldeten LNG-Preisanstieg allein lässt sich daher keine bestimmte Kursbewegung ableiten.