Kanada verliert 68.300 Jobs im September
· VinciFi Redaktion

Kanadas Beschäftigung sank im September um 68.300 Stellen. Stattdessen hatten Ökonomen einen Zuwachs erwartet, und der Rückgang könnte die Einschätzung der Konjunktur und der weiteren Zinspolitik beeinflussen.**
Statistics Canada beziffert den Rückgang gerundet auf 68.000 Stellen oder 0,3 Prozent. Es war der zweite monatliche Beschäftigungsrückgang in Folge: Im August waren 42.000 Jobs weggefallen. Zuvor hatte die Beschäftigung von April bis Juli um 181.000 zugelegt.
Im September gingen sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitstellen verloren. Besonders stark sank die Beschäftigung bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, mit einem Minus von 48.000. Auch im Bildungswesen fielen 35.000 Stellen weg, im Gesundheits- und Sozialwesen 23.000. Dagegen legte die Beschäftigung bei den sonstigen Dienstleistungen um 17.000 zu.
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Die Erwerbsbeteiligung, also der Anteil der Bevölkerung ab 15 Jahren, der arbeitet oder Arbeit sucht, sank auf 64,8 Prozent. Laut Statistics Canada war das der niedrigste Stand seit Dezember 1997, abgesehen von der Pandemiezeit. Die Behörde führt den längerfristigen Rückgang der Beteiligung zu einem großen Teil auf die Alterung der Bevölkerung zurück.
Ein gegenläufiges Signal kommt von den Löhnen: Die durchschnittlichen Stundenlöhne fest angestellter Beschäftigter lagen im September 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert, nach 2,0 Prozent im August. Schwächere Beschäftigung und weiterhin steigende Löhne können die Einschätzung der kanadischen Zentralbank zur Konjunktur und zum Inflationsdruck erschweren. Der nächste Zinsentscheid der Bank of Canada ist für den 28. Oktober angesetzt.