Japan: 69 % erwarten BoJ-Zins von 1,50 % im April
· VinciFi Redaktion

69 Prozent der befragten Ökonomen rechnen damit, dass die Bank of Japan ihren Leitzins im April auf 1,50 Prozent anhebt. Im September waren es 36 Prozent. Der erwartete Schritt ist noch keine Entscheidung der Notenbank und könnte die Finanzierungskosten in Japan beeinflussen.**
Der Leitzins steht nach der Erhöhung im September bei 1,25 Prozent. Notenbankchef Kazuo Ueda erklärte am 6. Oktober, die Finanzierungsbedingungen seien trotz des höheren Zinses weiterhin locker. Ein weiteres Mitglied des geldpolitischen Gremiums sprach sich dafür aus, den Leitzins je nach Wirtschafts- und Preisentwicklung weiter anzuheben.
Eine weitere Ökonomenumfrage fiel zeitlich anders aus: Anfang Oktober erwarteten 27 von 37 Befragten eine Zinserhöhung bereits im Dezember. Die durchschnittliche Prognose für den Leitzins Ende März 2027 lag bei 1,60 Prozent. Die Umfragen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, zeigen aber beide Erwartungen weiterer Zinsschritte.
Als wahrscheinlichstes Szenario galt zunächst ein Anstieg auf 1,50 Prozent im Dezember oder Januar und danach auf 1,75 Prozent im März oder April. Das liegt zeitlich vor der April-Prognose aus der aktuellen Umfrage. Die unterschiedlichen Erwartungen machen deutlich, dass Ökonomen zwar mit einer weiteren Straffung rechnen, aber keinen einheitlichen Zeitplan sehen.
Ein höherer Leitzins kann die Kreditkosten für japanische Unternehmen und Haushalte erhöhen. Auch der Yen kann auf neue Zinserwartungen reagieren. Für Anleger mit Japan-Bezug könnte deshalb nicht nur die erwartete Zinshöhe, sondern auch der Zeitpunkt möglicher Schritte eine Rolle spielen.
Die Bank of Japan entscheidet am 30. Oktober erneut über ihre Geldpolitik. Dieser Termin ist der nächste konkrete Prüfpunkt für die Zinserwartungen.