Italiens harmonisierte Inflation vorläufig bei 5,6 Prozent
· VinciFi Redaktion

Italiens harmonisierte Verbraucherpreise lagen im Oktober vorläufig 5,6 Prozent über dem Vorjahresmonat und damit über der Prognose von 4,6 Prozent. Der stärkere Preisanstieg könnte den Inflationsdruck in der Eurozone verstärken und für die Geldpolitik relevant sein.**
Im Monatsvergleich legte der harmonisierte Verbraucherpreisindex im Oktober um 1,2 Prozent zu. Im September hatte das Plus noch 2,1 Prozent betragen. Für Oktober waren im Jahresvergleich 4,6 Prozent und im Monatsvergleich 0,4 Prozent erwartet worden.
Auch Italiens nationaler Verbraucherpreisindex NIC, der Tabak einschließt, zog an. Er stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Der NIC und der harmonisierte Index messen die Verbraucherpreise auf unterschiedlichen Grundlagen. Der harmonisierte Index ermöglicht den Vergleich der Teuerung zwischen EU-Staaten.
Italiens Teuerung lag schon im September hoch
Im September hatte Italiens harmonisierte Inflation 4,2 Prozent betragen. Der vorläufige Oktoberwert liegt damit deutlich über dem Vormonat. Bei den nationalen Verbraucherpreisen führte Istat den Septemberanstieg vor allem auf höhere Energiepreise zurück. Regulierte Energieprodukte verteuerten sich damals im Jahresvergleich um 25,8 Prozent, nicht regulierte Energieprodukte um 22,5 Prozent.
Auch die EZB verwies am 29. Oktober auf deutlich höhere Energiepreise, besonders für Benzin und Diesel, als wichtigen Grund für den jüngsten Anstieg der Inflation im Euroraum. Sie ließ ihre Leitzinsen bei der Sitzung unverändert. Die italienischen Oktoberzahlen kommen kurz nach der Zinsentscheidung und ergänzen das Bild der Preisentwicklung in einem der großen Euro-Länder.
Anhaltend hohe Preise können die Kosten von Unternehmen und die Kaufkraft der Haushalte beeinflussen. Für die Geldpolitik ist zudem relevant, ob der Preisdruck über Energie hinaus anhält. Die vorläufige italienische Zahl ist ein nationaler Datenpunkt, während die EZB ihre Entscheidungen auf die Preisentwicklung im gesamten Euroraum stützt.