IRGC-Sprecher warnt vor globaler Energiekrise
· VinciFi Redaktion

Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden warnt, schon ein begrenztes US-Vorgehen könne eine globale Energiekrise auslösen. Die Drohung lenkt den Blick auf die Energieversorgung im Nahen Osten, die laut früheren Einschätzungen bereits durch Störungen rund um die Straße von Hormus belastet war.**
Der IRGC-Sprecher Hossein Mohebbi erklärte am 19. Oktober, iranische Fachleute könnten Schäden an der Energieinfrastruktur des Landes sofort reparieren. Zugleich drohte er für den Fall eines Angriffs mit schweren Folgen für israelisch besetzte Gebiete. Die Warnung beschreibt ein mögliches Szenario, keinen bereits erfolgten Angriff.
Am selben Tag meldete die Marine der Revolutionsgarden eine Explosion an einem Öltanker südlich der Straße von Hormus. Sie führte den Schaden auf eine Seemine zurück. Die Angaben stammen von einer Konfliktpartei. Ein Vorfall an dieser wichtigen Schifffahrtsroute kann die Sorge vor weiteren Störungen der Energieversorgung verstärken.
Die US-Energieinformationsbehörde (EIA) hatte in ihren Einschätzungen aus dem Frühjahr bereits erhebliche Produktionsausfälle in der Region beschrieben. Im März waren nach ihrer Schätzung in Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Bahrain zusammen 7,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag stillgelegt. In ihrer Mitteilung vom 12. Mai bezifferte die Behörde die stillgelegte Produktion im Vormonat auf 10,5 Millionen Barrel pro Tag. Ihre damalige Prognose ging davon aus, dass die Straße von Hormus bis Ende Mai weitgehend geschlossen bleiben und der Schiffsverkehr im Juni schrittweise wieder zunehmen würde. Diese Zahlen beschreiben die damalige Lage und Prognose, nicht die heutige Versorgung.
Auch Katars Vizepremier Sheikh Saoud bin Abdulrahman Al Thani warnte am 19. Oktober, die Folgen des Iran-Kriegs für die globale Energieversorgung seien noch nicht auf ihrem Höhepunkt. Zugleich rief er zum Dialog mit Teheran auf und lehnte Gebühren für die Passage durch die Straße von Hormus ab. Damit stehen militärische Warnungen und diplomatische Bemühungen im Zentrum der Debatte über die Energieversorgung der Region.