IRGC-Sprecher nennt sieben Kabel im Hormus
· VinciFi Redaktion

Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden verweist auf sieben wichtige Unterseekabel in der Straße von Hormus und stellt ihre Bedeutung heraus. Ein Ausfall könnte regionale Verbindungen beeinträchtigen; die Aussage ist eine Drohung, keine bereits erfolgte Unterbrechung.**
Irans Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezaei hatte zuvor gewarnt, Kabel, Rechenzentren und KI-Anlagen in der Region könnten bei einem erneuten Krieg mit den USA angegriffen werden. Der Sprecher der Revolutionsgarden behauptet nun, der weltweite Internet- und Geschäftsverkehr hänge von den sieben Leitungen ab. Die globale Infrastruktur besteht jedoch aus vielen weiteren Verbindungen: TeleGeography zählte 2026 weltweit 607 Unterseekabelsysteme in Betrieb.
Hormus ist Teil eines größeren Datennetzes
Die Kabel in der Meerenge sind ein regionaler Engpass, aber nicht gleichzusetzen mit dem gesamten weltweiten Internetverkehr. Ein weiterer wichtiger Korridor liegt im Roten Meer. Dort verlaufen laut einer Schätzung mehr als 90 Prozent der Datenkapazität zwischen Europa und Asien durch Unterseekabel. Diese Zahl bezieht sich auf die Verbindung zwischen zwei Regionen, nicht auf den Anteil der Hormus-Kabel am weltweiten Datenverkehr.
Mehrere Leitungen können wichtige Dienste gleichzeitig betreffen, wenn sie beschädigt werden. Entscheidend wären unter anderem die betroffenen Verbindungen und vorhandene Ausweichrouten. Für Telekommunikations- und Cloudanbieter kann die Drohung deshalb ein Hinweis auf geopolitische Risiken für regionale Netze sein, nicht der Beleg für eine unmittelbar bevorstehende Unterbrechung.
Cloudanbieter und neue Routen im Fokus
Digitale Infrastruktur im Golf ist bereits ins Visier geraten. Die beiden Beispiele zeigen, dass Cloudbetrieb und Datenverkehr in der Region für große Technologiekonzerne konkrete Infrastrukturfragen sind.
Betreiber bauen zugleich alternative Wege aus. Diese Landverbindung ergänzt die bestehenden Seekabelrouten.