Irans Revolutionsgarden erklären Hormus für geschlossen
· VinciFi Redaktion

Die Marine der iranischen Revolutionsgarden erklärt die Straße von Hormus für geschlossen und verlangt, dass Schiffe die Durchfahrt mit ihren Kräften abstimmen. Die widersprüchlichen Aussagen aus Teheran und Washington rücken einen zentralen Öltransportweg in den Fokus der Märkte.**
Die iranische Marine der Revolutionsgarden begründete ihre Erklärung mit einem Supertanker, der nach ihrer Darstellung in der Meerenge auf eine Seemine gelaufen sei. Das Schiff habe mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl geladen und eine nicht genehmigte Route genommen. Diese Angaben stammen vom iranischen Militär.
US-CENTCOM-Kommandeur Brad Cooper beanspruchte US-Kontrolle über die Meerenge. Zugleich sagte er, kommerzielle Schifffahrt fahre weiterhin hindurch. Damit stehen sich gegensätzliche Aussagen zur Kontrolle und Nutzung der Route gegenüber.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Wasserstraße ist erheblich. Im ersten Halbjahr 2025 flossen nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde durchschnittlich 20,9 Millionen Barrel Öl pro Tag durch die Straße von Hormus. Diese Menge entsprach ungefähr einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs an Erdöl und Erdölprodukten. Eine anhaltende Behinderung könnte das verfügbare Ölangebot verknappen und Transportkosten erhöhen.
Brent-Rohöl erreichte am Freitag erstmals seit Mai 110 US-Dollar je Barrel. Angriffe auf Schiffe und Warnungen vor einer Durchfahrt erhöhen die Unsicherheit rund um die Handelsroute. Für Reedereien können Umwege oder Wartezeiten zusätzliche Kosten bedeuten; für Energieimporteure könnten höhere Ölpreise die Beschaffung verteuern.
Die Auswirkungen auf den Energiemarkt hängen auch davon ab, ob Handelsschiffe die Meerenge weiter passieren und Öltransporte aufrechterhalten können. Eine länger anhaltende Störung könnte den Druck auf Ölpreise und Transportkosten erhöhen.