Iranischer Berater nennt Hormus-Öffnung unbegründet

· VinciFi Redaktion

Iranischer Berater nennt Hormus-Öffnung unbegründet

Ein Berater des iranischen Obersten Führers weist die Behauptung zurück, die Straße von Hormus sei offen. Der Streit um die Passage könnte die Einschätzung der Risiken für den Energiehandel beeinflussen.**

Die iranische Marine der Revolutionsgarden erklärte am Montag, ein Tanker sei beim Versuch, die Straße zu verlassen, auf eine Mine gefahren. Das Schiff habe eine nicht zugelassene südliche Route benutzt und zuvor seine Navigationssysteme abgeschaltet. Diese Darstellung stammt von den Revolutionsgarden; eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls liegt in den recherchierten Berichten nicht vor.

Zugleich hält Teheran an einem Vorschlag fest, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder zu öffnen. Außenminister Abbas Araghchi sagte, der Plan liege weiterhin auf dem Tisch. Nach seiner Darstellung könnte die Passage am sechsten Tag freigegeben werden, sofern die USA Irans Bedingungen erfüllen; Verhandlungen sollten dann am siebten Tag beginnen. Die Gespräche stocken laut einem Bericht, weil Washington nicht auf alle sieben iranischen Bedingungen eingegangen sei. Eine Öffnung ist damit nicht beschlossen.

Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Energiemarkt bedeutend: Vor dem Krieg lief ungefähr ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggas-Handels durch die Meerenge. Einschränkungen oder Sicherheitsrisiken dort könnten deshalb die Versorgung und die Preise für Energie beeinflussen.

Die Lage bleibt widersprüchlich. Während ein iranischer Berater die Darstellung einer offenen Passage als unbegründet bezeichnet, meldete die Marine der Revolutionsgarden einen Minentreffer auf einem Tanker. Zudem berichteten Medien von Angriffen auf Handelsschiffe in den vergangenen Tagen. Die Angaben zeigen, dass eine politische Aussage über eine Öffnung nicht gleichbedeutend mit einer sicheren und uneingeschränkt nutzbaren Schifffahrtsroute ist.

Als nächster Schritt steht die diplomatische Initiative im Raum: Araghchi zufolge liegt der Sieben-Tage-Plan bei den USA. Eine tatsächliche Freigabe der Passage hängt nach seiner Aussage von den Bedingungen ab, die Teheran Washington vorgelegt hat.

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