Iran-USA-Gespräche: Beteiligter weist nahen Deal zurück
· VinciFi Redaktion

Eine an den Iran-USA-Gesprächen beteiligte Person weist Berichte zurück, wonach ein Abkommen kurz bevorsteht; die Verhandlungen laufen weiter. Für den Ölmarkt ist relevant, ob die Vermittlung die Risiken für Lieferungen durch die Straße von Hormus mindert.**
Der katarische Außenamtssprecher Majed al-Ansari sagte beim Global Security Forum in Doha, Vermittler tauschten gemeinsam mit regionalen Partnern weiter Nachrichten zwischen den Konfliktparteien aus. „Wir arbeiten zwischen den Parteien weiter als Vermittler, gemeinsam mit unseren Partnern und anderen in der Region“, sagte er (übersetzt). Al-Ansari erklärte außerdem, beide Seiten stünden weiterhin miteinander in Kontakt.
An den Vermittlungsbemühungen beteiligte katarische Quellen beschrieben einen Vorschlag von Katar und Pakistan. Er solle die Forderungen der USA und Irans aufgreifen und den Weg zurück an den Verhandlungstisch ebnen. Nach Angaben dieser Quellen habe Washington dem Vorschlag zugestimmt; auch Teheran habe zuvor sein Einverständnis gegeben. Der Vorschlag sehe zudem eine teilweise Antwort auf Irans Forderung nach Freigabe eingefrorener Gelder vor. Diese Darstellung steht neben der Einschätzung der an den Gesprächen beteiligten Person, dass Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Deal falsch seien.
Die Gespräche drehen sich um Irans Atomprogramm und finden in einer angespannten Sicherheitslage statt. Katar erklärte am 16. Oktober, es setze seine Vermittlung zwischen den USA und Iran fort und unterstütze Pakistans Bemühungen.
Das Risiko für die Energieversorgung spiegelt sich auch im Ölmarkt: Brent wurde am Dienstagvormittag bei rund 110 US-Dollar je Barrel gehandelt, US-Öl der Sorte WTI bei mehr als 104 US-Dollar. Händler wogen dabei Risiken für die Versorgung aus dem Nahen Osten ab. Eine Fortsetzung der Unsicherheit könnte die Risikoprämie für Rohöl hoch halten und damit auch Energie- und Transportkosten beeinflussen.
Katar sagt, die Vermittler arbeiteten weiter mit Pakistan und anderen Partnern daran, die Konfliktparteien einander näherzubringen. Damit bleibt der diplomatische Prozess der nächste konkrete Schritt in den Iran-USA-Gesprächen.