Iran sucht mehr Strom aus Türkei und Turkmenistan
· VinciFi Redaktion

Iran sucht zusätzliche Stromlieferungen aus der Türkei und verhandelt mit Turkmenistan über höhere Mengen, während rund 4.700 Megawatt eigener Industrie- und Petrochemie-Kapazität stillstehen. Mehr Strom könnte helfen, energieintensive Betriebe am Laufen zu halten, doch türkische Lieferverträge sind noch nicht geschlossen.**
Tavanir-Chef Mohammad Allahdad sagte, die Voraussetzungen für Lieferungen aus der Türkei über das iranische Stromnetz seien geschaffen. Unternehmen hätten jedoch noch keine Lieferverträge unterschrieben. Die rund 4.700 Megawatt ausgefallene Erzeugungskapazität betreffen Industrie- und Petrochemieunternehmen; laut Allahdad sind dafür verschiedene Gründe verantwortlich.
Petrochemie braucht mehr Strom
Kriegsschäden an Versorgungsanlagen der petrochemischen Komplexe haben deren Abhängigkeit vom öffentlichen Netz erhöht. Im Sommer erhielt die Branche nach Angaben Allahdads sechsmal so viel Strom wie in den Vorjahren. Für Hersteller mit hohem Energiebedarf kann die zusätzliche Versorgung wichtig sein, weil Stromausfälle die Produktion beeinträchtigen können.
Ein iranischer Energievertreter hatte im September erklärt, dass höchstens die Hälfte der ausgefallenen Kapazität bis März 2027 zurückkehren dürfte. Als Weg für zusätzliche Lieferungen können Unternehmen Strom aus Nachbarländern beziehen und über das nationale Netz an ihre Anlagen leiten. Die Einfuhren Irans machen bislang schätzungsweise zwei bis drei Prozent des Strombedarfs aus. Begrenzte grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten schränken den Handel ein.
Gespräche mit Turkmenistan laufen weiter
Mit Turkmenistan verhandelt Iran über eine Verlängerung des bestehenden Importabkommens und höhere Strommengen. Bei Gesprächen während eines Besuchs des iranischen Präsidenten wurden außerdem weitere grenzüberschreitende Leitungen erörtert. Beide Seiten vereinbarten zunächst, die Vorschläge weiter zu prüfen. Fachleute sollen technische, wirtschaftliche und betriebliche Fragen untersuchen.
Für die Industrie hängt der mögliche Nutzen davon ab, ob zusätzliche Mengen tatsächlich verfügbar werden und die Leitungen sie zu den Betrieben bringen können. Ob die Zusammenarbeit mit Turkmenistan ausgeweitet wird, hängt von den Ergebnissen der Fachstudien und den Umsetzungsvoraussetzungen ab.