Iran signalisiert Dialog, Ölpreise geben nach
· VinciFi Redaktion

Irans Präsident Masoud Pezeshkian sagt, Teheran strebe keine Atomwaffen an und sei zu Gesprächen bereit. Eine glaubwürdige Annäherung könnte die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt senken, während die Preise am Freitag nachgaben.**
Der entsprechende WTI-Kontrakt sank um 1,0 Prozent. Beide Kontrakte sind wichtige Referenzpreise für Rohöl; ihre Tagesbewegungen zeigen, wie Händler die erwartete Versorgung und geopolitische Risiken bewerten.
Die Aussagen aus Teheran sind ein diplomatisches Signal, aber kein abgeschlossener Verhandlungsschritt. Pezeshkian erklärte, Iran strebe keine Atomwaffen an und sei zu Verhandlungen bereit. Zugleich sagte er, das Land werde sich nicht unter Druck setzen lassen. Damit knüpft seine Gesprächsbereitschaft an Bedingungen an.
Am Ölmarkt zählen neben solchen politischen Signalen auch die Risiken für die Versorgung im Nahen Osten. Die Straße von Hormus ist dabei ein wichtiger Faktor: Unsicherheit über Schiffsverkehr und Ölströme aus der Region kann einen geopolitischen Risikoaufschlag auf den Ölpreis stützen.
Zusätzlichen Einfluss hat die geplante Freigabe von Notfallvorräten. Die Internationale Energieagentur will die noch ausstehenden Mengen einer früheren gemeinsamen Freigabe schneller bereitstellen. Dazu gehören mehr als 20 Millionen Barrel Diesel, die so bald wie möglich auf den Markt kommen sollen. Die IEA verweist zugleich auf angespannte Energiemärkte und besondere Engpässe bei Diesel.
Eine glaubwürdige Annäherung zwischen Washington und Teheran könnte den geopolitischen Aufschlag auf Öl verringern. Bis dahin treffen diplomatische Signale auf anhaltende Versorgungsrisiken und zusätzliche Mengen aus Notfallvorräten, die ebenfalls auf die Preise wirken können.