Iran knüpft neue Gespräche an Signal aus Washington
· VinciFi Redaktion

Irans Außenminister Abbas Araghchi macht eine weitere Chance für Diplomatie von einem überzeugenden Willen der USA zu einer fairen Lösung abhängig. Eine neue Eskalation könnte auch den Öltransport durch die Straße von Hormus und damit die Energiemärkte belasten.**
In einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag schrieb Araghchi, das Weiße Haus habe bislang keine Bereitschaft zu einer Verständigung gezeigt. Deshalb gebe es wenig Grund, mit Fortschritten zu rechnen. Zugleich warnte er: Wenn die USA den Krieg der Diplomatie vorzögen, werde das „sicher zu einem noch größeren strategischen Scheitern“ führen (übersetzt). Eine Einigung oder ein neuer Verhandlungsstart ist damit nicht angekündigt.
Die Vermittlung zwischen Washington und Teheran hat bereits mehrere Etappen hinter sich. Pakistan vermittelte am 8. April eine Waffenruhe; wenige Tage später kamen die USA und Iran zu direkten Gesprächen zusammen, den höchsten seit 1979. Im Juni vereinbarten beide Seiten ein 14-Punkte-Memorandum.
Die Vereinbarung vom Juni geriet ins Stocken
Das Memorandum sah vor, dass die USA ihre Seeblockade innerhalb von 30 Tagen aufheben. Iran sollte die Straße von Hormus wieder öffnen. Außerdem sollten eingefrorene iranische Vermögenswerte im geschätzten Umfang von 24 Mrd. US-Dollar schrittweise innerhalb von 60 Tagen freigegeben werden. Die Vereinbarung hielt nicht dauerhaft: Die Kämpfe zwischen den USA und Iran flammten erneut auf.
Die Meerenge ist ein globaler Engpass für den Öltransport. Eine erneute militärische Zuspitzung könnte deshalb über die Region hinaus auf Energieversorgung und Ölpreise ausstrahlen. Eine konkrete Marktreaktion auf Araghchis Äußerung ist damit nicht belegt; der mögliche Übertragungsweg führt vor allem über die Sicherheit der Passage und den Transport von Rohöl.
Araghchi sagte außerdem, indirekte Verhandlungen mit den USA liefen mit Vermittlung von Pakistan und Katar weiter. Seine Bedingung für eine weitere diplomatische Chance und die laufenden Kontakte stehen damit nebeneinander.