Iran droht mit Angriffen auf Golf-Unterseekabel
· VinciFi Redaktion

Iranische Sicherheitsvertreter drohen, Unterseekabel im Golf ins Visier zu nehmen, falls der Konflikt wieder aufflammt. Schäden könnten digitale Verbindungen der Region beeinträchtigen, während Telekomkonzerne neue Kabelrouten ausbauen.**
Am 20. Oktober verwies der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, auf sieben große Internetkabel unter der Straße von Hormus und kündigte neue Ziele und Waffen an. Einen Tag später warnte Brigadegeneral Yadollah Javani, politischer Stellvertreter des Kommandeurs der Revolutionsgarden, Iran könne Kabel in der Meerenge angreifen, falls iranische Infrastruktur attackiert werde. Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezaei nannte außerdem Rechenzentren und Anlagen für künstliche Intelligenz als mögliche Ziele bei erneuten Angriffen der USA und Israels. Die Aussagen beziehen sich auf eine mögliche Eskalation, nicht auf einen angekündigten laufenden Angriff.
Neue Kabelprojekte sollen Routen ergänzen
Die Drohungen treffen auf einen Ausbau der digitalen Infrastruktur am Golf. Ooredoo und der Telekomkonzern du planen, das Kabelsystem FIG in den Vereinigten Arabischen Emiraten anzubinden. Es soll nach Angaben von Ooredoo bis zu 720 Terabit pro Sekunde über 24 Glasfaserpaare übertragen. Die geplante Verbindung soll Katar, Oman, die Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Kuwait und Irak über eine gemeinsame Schleife verbinden.
Auch du und Datawave planen das SING-Kabelsystem. Es soll sechs Standorte in der Region verbinden, darunter Kalba in den Emiraten, Maskat im Oman sowie Mumbai und Chennai in Indien. Die Unternehmen beschreiben die Verbindung als zusätzliche Ost-West-Route. Beide Projekte zeigen, dass Telekommunikationsanbieter an mehr Kapazität und zusätzlichen Verbindungen zwischen Golfstaaten und internationalen Datenknoten arbeiten.
Reparaturen könnten zum Engpass werden
Bei einem Kabelschaden wäre nicht nur die Umleitung des Datenverkehrs entscheidend. Reparaturen in einem Kriegsgebiet können Genehmigungen und Sicherheitsgarantien erfordern. Ein Ausbau alternativer Strecken kann deshalb für Telekommunikations- und Datenanbieter an Bedeutung gewinnen, wenn wichtige Verbindungen ausfallen.
Die angedrohten Ziele reichen zudem über Kabel hinaus: Rezaei bezog Rechenzentren und KI-Anlagen in mögliche Vergeltungsschläge ein. Damit betrifft die Sicherheitslage nicht nur Betreiber von Unterseekabeln, sondern auch die digitale Infrastruktur, auf die Cloud- und KI-Dienste in der Golfregion angewiesen sind.