Irak sucht Tanker für Heizöl jenseits von Hormus

· VinciFi Redaktion

Irak sucht Tanker für Heizöl jenseits von Hormus

Irak sucht Tanker, um Heizöl jenseits der Straße von Hormus zu transportieren. Das könnte dem Land einen zusätzlichen Exportweg eröffnen, nachdem Käufer bei einer früheren Ausschreibung wegen der Risiken in der Region zurückhaltend waren.**

Bei einer Heizöl-Ausschreibung für September bot Iraks staatlicher Ölvermarkter SOMO insgesamt 420.000 Tonnen an. Die Käufer konnten zwischen einer Verladung nahe dem irakischen Terminal Khor al-Zubair und einem Ankerplatz nahe Sohar im Oman wählen. Der zweite Ort liegt außerhalb der Straße von Hormus. Für die Übergabe waren Umladungen zwischen Schiffen vorgesehen.

Das Interesse an den angebotenen Ladungen fiel verhalten aus. Händler führten die Risiken für Schiffe in der Region als Grund an. Auch Liegegeld, das bei Verzögerungen beim Be- oder Entladen anfällt, wurde als erheblicher Kostenfaktor beschrieben. Tanker außerhalb des Engpasses könnten deshalb für SOMO wichtig sein, wenn Käufer ihre Schiffe nicht durch Hormus schicken wollen.

Die Exportzahlen zeigen, unter welchem Druck der Heizölhandel steht. Irak verschiffte im Juli rund 171.000 Tonnen Heizöl, nach 156.000 Tonnen im Juni. Vor dem Krieg mit Iran exportierte das Land im Monatsdurchschnitt mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Die Juli-Menge lag damit deutlich unter dem früheren Monatsdurchschnitt.

Irak baut zugleich seine Kontrolle über Rohöltransporte aus. Anfang Oktober arrangierte die staatliche Iraqi Oil Tankers Co. einen Supertanker, der zwei Millionen Barrel Rohöl über Hormus hinaus brachte. Es war laut dem Unternehmen die erste solche Fahrt seit Jahrzehnten. Dieser Transport betraf Rohöl, nicht Heizöl. Für Rohöl suchte das Staatsunternehmen zudem weitere Tanker, darunter einen sehr großen Rohöltanker und ein kleineres Suezmax-Schiff.

Die neue Suche nach Schiffen für Heizöl ergänzt damit eine breitere Strategie: Irak will Ölprodukte und Rohöl flexibler über den Seeweg verkaufen. Für den regionalen Tankermarkt kann das zusätzliche Nachfrage nach Schiffen und Umladungen außerhalb der Meerenge bedeuten. Wenn die Charter zustande kommen, könnten irakische Heizölladungen künftig ebenfalls jenseits von Hormus transportiert werden.

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