Großbritanniens Einzelhandel fällt im September um 0,4 %
· VinciFi Redaktion

Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien sanken im September gegenüber August um 0,4 Prozent, stärker als erwartet. Der Rückgang könnte die Einschätzung der Bank of England zur Konsumnachfrage mitprägen.**
Im Jahresvergleich lagen die Umsätze einschließlich Kraftstoffen noch 0,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Erwartet worden war ein Plus von 1,0 Prozent. Der Augustwert wurde auf 2,7 Prozent Wachstum revidiert. Ohne Kraftstoffe betrug der Jahreszuwachs ebenfalls 0,8 Prozent und blieb damit hinter der Prognose von 1,4 Prozent zurück. Für August wurde diese Reihe auf ein Plus von 2,9 Prozent korrigiert. Die Zahlen beziehen sich auf Großbritannien, nicht auf das gesamte Vereinigte Königreich.
Im Monatsvergleich standen dem Rückgang von 0,4 Prozent eine Prognose von minus 0,1 Prozent und ein revidiertes Plus von 0,7 Prozent im August gegenüber.
Auch ohne Kraftstoffverkäufe gingen die Umsätze zurück: minus 0,7 Prozent zum Vormonat, verglichen mit der Prognose von minus 0,1 Prozent. Im August hatte diese Reihe noch um 0,9 Prozent zugelegt. Der Rückgang zeigt, dass die schwächere Monatsentwicklung nicht allein auf Kraftstoffverkäufe zurückging.
Eine separate Erhebung des British Retail Consortium (BRC) zeichnete für September ein weniger schwaches Bild beim Umsatzwachstum: Die gesamten Einzelhandelsumsätze stiegen dort im Jahresvergleich um 1,3 Prozent. Der BRC-Monitor umfasst fünf Wochen vom 30. August bis zum 3. Oktober und ist nicht direkt mit den monatlichen ONS-Daten gleichzusetzen. Innerhalb der BRC-Erhebung legten die Lebensmittelumsätze um 2,5 Prozent zu, während die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,3 Prozent stiegen. Das Wachstum der Gesamtumsätze lag unter dem Zwölfmonatsschnitt von 1,5 Prozent.
Vor der Veröffentlichung galten die Einzelhandelszahlen als möglicher Hinweis auf den weiteren Zinskurs der Bank of England. Eine Markteinschätzung sah darin insbesondere Anhaltspunkte für den Ausblick auf Dezember; eine Zinserhöhung im November galt demnach bereits als weitgehend eingepreist. Die schwächeren ONS-Daten sind damit ein weiteres Signal zur Nachfrage, aber kein alleiniger Maßstab für den Zinsentscheid. Die nächste Zinsentscheidung der Bank of England steht am 5. November an.