Goldman: Zinsprognose laut Bericht auf Dezember verschoben

· VinciFi Redaktion

Goldman: Zinsprognose laut Bericht auf Dezember verschoben

Goldman Sachs verschiebt Berichten zufolge seine Prognose für die nächste Fed-Zinserhöhung auf Dezember und hält einen Schritt im Oktober für unwahrscheinlich. Veränderte Zinserwartungen können Aktienbewertungen und Anleihekurse beeinflussen, ein Fed-Beschluss ist das nicht.**

Was passiert ist

Goldman Sachs verschiebt Berichten zufolge seine Prognose für die nächste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed auf Dezember. Ein Schritt im Oktober gilt den Ökonomen nach schwächer als erwarteten Inflationsdaten inzwischen als unwahrscheinlich.

Für die Kerninflation nach dem PCE-Preisindex erwartet die Bank demnach 3,0 % im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal. Der gemeldete Median der Fed-Prognosen liegt dagegen bei 3,4 %. Der Median ist der mittlere Wert der einzelnen Einschätzungen.

Zugleich sieht Goldman laut dem Bericht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Fed letztlich ganz auf weitere Zinserhöhungen verzichtet. Dezember ist damit die neue Prognose der Bank, kein angekündigter Beschluss der Notenbank.

Hintergrund

Die US-Statistikbehörde BEA weist für August eine PCE-Kerninflation von 3,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Gegenüber Juli stiegen die Kernpreise um 0,2 %. Diese Messgröße erfasst die Preisentwicklung der privaten Konsumausgaben ohne Lebensmittel und Energie.

Der gesamte PCE-Preisindex lag im August 3,4 % über dem Vorjahresniveau. Die Fed strebt für diesen breiteren Index langfristig 2 % Inflation an. Nach ihrer eigenen Erläuterung helfen Kernraten dabei, Inflationstrends zu erkennen. Für die Beurteilung betrachtet sie zudem längere Zeiträume statt nur einzelne Monatswerte.

Was das bedeuten kann

Wenn weitere Zinserhöhungen später kommen oder ausbleiben, könnte das den erwarteten Anstieg der Finanzierungskosten von Unternehmen begrenzen. Niedrigere Zinserwartungen könnten außerdem Aktienbewertungen und die Kurse bereits ausgegebener Anleihen stützen.

Wenn du US-Wertpapiere hältst, könnte dieser Mechanismus auch dein Depot betreffen. Eine einzelne Bankprognose legt den tatsächlichen Zinskurs jedoch nicht fest. Erneut stärkere Inflationsdaten könnten die Erwartungen wieder in die andere Richtung verschieben.

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